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Pressemitteilung, 30. 1. 2008
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Von Erlebnis-Energietouren, Effizienz und demokratisierter Energie
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Grüne Kreistagsfraktion beantragt „Regionales Energiekonzept“
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Im Jahr 2100 sechs Grad mehr auf der Erde als 1850? Das prognostiziert der Weltklimabericht, wenn wir unsere Klimaschutzbemühungen nicht konsequent systematisieren. Heute ist es noch nicht einmal durchschnittlich ein Grad mehr. Höchste Zeit, auf allen Ebenen Veränderungsprozesse in Gang zu setzen, um die Erderwärmung auch lokal und regional in Schach zu halten - und damit nicht zuletzt die hiesige Wirtschaft anzukurbeln. Denn nach dem jüngsten Bericht des Statistischen Landesamtes haben wir im NOK die höchste Insolvenzhäufigkeit in den ersten drei Quartalen 2007. Dieser Entwicklung kann man auch mit innovativen Betrieben verschiedener Art im Klima- und Umweltbereich entgegensteuern.
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Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen NOK möchte ein „Fifty-fitty-Konzept“ umgesetzt sehen. Es trägt den Namen „Regionales Energiekonzept für Klimaschutz und Arbeitsplätze für den Neckar-Odenwald-Kreis“. Die Fraktion reichte den entsprechenden Antrag dieser Tage bei Herrn Landrat Dr. Brötel ein. Die Initiatorin Christine Denz, Mosbach, stellte bei einer Fraktionssitzung den Antrag vor. „Wer nicht weiß, wo er hin will, kommt nicht an“, so die Kreisrätin. Deshalb müsse man zum Einen eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Energieverbrauchs vornehmen und sich zum Anderen auf Ziele einigen. Jedes Jahr sollten rund 5% der Emissionen eingespart werden. Dann sei der NOK bis zum Jahr 2030 ein Null-Emissions-Landkreis. Die fossilen und atomaren Brennstoffe sollen zur Hälfte durch „Negawatt“, also Energieeinsparungen und Effizienz ersetzt werden, zur anderen Hälfte durch erneuerbare Energien. „Ein zwar ambitioniertes Ziel, aber durchaus erreichbar, wie es das Land Hessen mit dem Konzept von Hermann Scheer vormacht“, erläuterte die Fraktionsvorsitzende Gabi Metzger, Dallau.
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Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Konzept des Regionalverbandes in der Metropolregion vom November 2007 (nachzulesen unter www.vrn.de). Die Voraussetzungen im NOK seien günstig, betonte Kreisrätin Erna Schmidt. Sie nannte u. a. Haussanierungen von privater und öffentlicher Seite, ein Solarkataster mit geeigneten Dächern, Energie aus der Land- und Forstwirtschaft, die Reaktivierung von stillgelegten Kleinwasserkraftwerken und die Ertüchtigung der Wasserkraftwerke beim vorgesehenen Ausbau der Neckarschleusen. Der Odenwald soll als „energiereiche Region“ Touristen anziehen, sei es mit dem Motto „Hier duschen Sie umweltfreundlich mit Solarwärme“ oder mit „Erlebnis-Energietouren“ zu Fuß oder mit dem Rad. Die aktive Einbeziehung und Beteiligung der Bevölkerung ist einer der Grundpfeiler für das Gelingen. Die Energiewirtschaft müsse demokratisiert werden; der Bau von weitaus mehr dezentralen kleinen und größeren privaten Kraftwerken wie z. B. Photovoltaik-, Biomasse- und Windkraftanlagen müsse forciert werden, so Christine Denz. Ökologisches Handeln sei nicht nur ein moralisches, sondern auch ein wirtschaftliches Erfordernis. Es sei keine Frage des technischen Könnens, sondern des finanziellen und politischen Wollens.
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