Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neckar-Odenwald

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Presse 2008

 

11. März 2008

Presseanschreiben zum Modell 21

Die armen Verwandten vom Lande

Der „Landesvater“ Oettinger scheint im letzten Jahrhundert befindlich, nicht nur sprachlich, sondern auch in seinem Wissensstand über viele junge Menschen und die heutige Erziehungs- und Bildungssituation. Indifferent ist er zudem. Zitat Oettinger bei seinem sonntäglichen Besuch im NOK: „In keinem Bundesland sind die Chancen so gleich verteilt wie in Baden-Württemberg.“ (Unser Kommentar: er wusste nicht wirklich, wo er war.) Und: „Nach Heidelberg oder Mannheim ist es vom NOK keine Weltreise.“ (Unser Kommentar: Der NOK beginnt/endet in Hardheim.) Weltreisen will auch niemand unternehmen, der für sein Kind eine pädagogisch-psychologische Beratung sucht; auch niemand, der von Berufs wegen mit dem Schulamt oder mit Schulen zu tun hat. Das aber wird – gefühlt - so sein, wenn das Modell 21 wahr wird. Dies mit der Folge der immer stärker werdenden Benachteiligung des Ländlichen Raumes, gegen die wir uns bisher erfolglos wehren.

Das Modell 21 wurde in Gutsherrenart verfügt; denn bisher sind keine fachlichen Gründe bekannt, auf denen die Einteilung fußt. Wie soll das funktionieren: ein Schulamt mit angegliederten Beratungsstellen für knapp 1,2 Mio. Einwohnern aus Mannheim, Heidelberg und dem NOK? Mit Fahrtstrecken bis zu vier Stunden für die Hin- und Rückfahrt? Hingegen soll in sämtlichen Landkreisen in der Region Stuttgart mit Ausnahme von Göppingen jeweils ein Schulamt angesiedelt werden; unabhängig von Größe und Bevölkerungszahl. Sachlich angemessen und dem kommunalen Gedanken verpflichtet ist das nicht. Der Verbleib des Schulamtes in Mosbach oder zumindest eine „Außen“stelle (das würde in doppelter Hinsicht passen) ist notwendig. So meinen „arme Verwandte vom Lande“!

 

Christine Böhm, Walldürn, und Christine Denz, Mosbach

Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen NOK