|
|
27. 9. 2006
|
|
Leserbrief zur Meldung „Biblis A soll länger laufen“
|
|
|
|
Der RWE-Konzern will seinen Gammelreaktor Biblis A umetikettieren. Es ist das älteste betriebene Atomkraftwerk (AKW) und aus Biblis wurden bisher insgesamt 737 Störfälle gemeldet. Der Antrag dessen Laufzeit zu verlängern ist aber nicht nur deshalb absurd, sondern auch, weil RWE die Laufzeit übertragen will von dem nie in Betrieb genommenen AKW Mülheim-Kärlich. Das ist so als ob man nach einer Abtreibung Kindergeld beantragen würde. Der Antrag ist zudem ungültig, weil der Ausstiegsvertrag eine solche Übertragung ausschließt. Die Absicht von RWE ist also einzig, weitere Unruhe in die Politik zu bringen.
|
|
Notwendig wäre vielmehr eine schnelle Stilllegung von Biblis und die Laufzeit umgekehrt auf ein modernes, sichereres AKW zu übertragen. Der Beinahe-GAU in Schweden scheint schon vergessen, stattdessen will der Stromkonzern auf Kosten der Sicherheit von Mensch und Natur die enormen Gewinne weiter steigern. Bewusst falsch ist die im Antrag erwähnte Klimafreundlichkeit der Atomkraft. Die Uranförderung, Herstellung der Brennstäbe und vor allem die nötige Kühlung und Lagerung des Atommülls über Jahrtausende beschert dieser Technik eine verheerende Energie- und CO2-Bilanz.
|
|
Zum Glück für unsere Region ist das AKW Obrigheim längst Vergangenheit und die in dessen Umgebung überall aus dem Boden sprießenden Solaranlagen konnten in diesem heißen Sommer den noch verbliebenen Dinosauriern unter die Ärmchen greifen, als diese wegen überhitzter Flüsse abgeschaltet werden mussten.
|
|
|
|
Markus Schwab, Elztal
|
|
|
|
|
|
|
|