Impressum

Presse 2006

 

Leserbrief an die regionale Presse, 20. 2. 2006

Das ist ein wirklich guter Anfang: „Innerhalb von drei Jahren sollen Betriebe aus dem Landkreis so viel Ökostrom erzeugen, dass alle hiesigen Privathaushalte beliefert werden können“, so Landrat Herr Dr. Brötel. Ich bin froh, dass das Totschlag-Argument von der „Ideologie der erneuerbaren Energien“ hoffentlich der Vergangenheit angehört. Angesichts der Tatsache, dass wir die Natur nicht nach unseren unmäßigen Wünschen fügen können, müssen wir größere Schritte als bisher geplant bei den erneuerbaren Energien, der Einsparung und der Effizienz machen. Der Emissionsanteil für Strom liegt lediglich bei weniger als 10%. Wesentlich stärker schlagen die Heizungen samt Warmwasser und vor allem der Verkehr zu Buche. Hier liegt noch viel Arbeit vor uns, um den Landkreis wirklich an die Spitze der Energiewende zu bringen. Da können wir ohne Bedenken z. B. vom Landkreis Fürstenfeldbruck „abgucken“.

Weitere Informationen unter www.regiosolar.de.

So weit, so gut. Aber warum denn immer wieder die Klage über das abgeschaltete Obrigheim? In zwei Jahren wäre es ohnehin so weit gewesen. Und gravierender, man möge Folgendes bedenken: Die Nutzung der erneuerbaren Energien bringt der Bevölkerung mehr Vorteile als die gefährliche Atomkraft. Die erneuerbaren Energien werden dezentral genutzt. Das bedeutet, dass wesentlich mehr Kommunen durch die Gewerbesteuer profitieren können als nur Obrigheim. Das bedeutet mehr Arbeit für die Handwerksbetriebe. Das bedeutet, dass Privatleute in Solar- und Windkraftwerke rentabel investieren und sich von der Wirkung vor Ort überzeugen können. Das bedeutet, dass mit der Land- und Forstwirtschaft die hiesigen Betriebe den „Rohstoff Biomasse“ liefern können. Kurze Anlieferungswege minimieren den zusätzlich entstehenden Verkehr. Viele landschaftsverschandelnde Überlandleitungen erübrigen sich. Das Geld arbeitet und bleibt in der Region, dient einem kleinen Wirtschaftskreislauf. Diese Aspekte stellen wir am 9. März in Mosbach in der Mälzerei beim „Grünen Energieforum: Neue-Odenwald-Kraft“ dar. Wir Grünen sind bei dem Strukturwandel mit von der Partie. Es kann uns nicht schnell genug gehen.

Christine Denz, Mosbach

Kreisrätin und Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen NOK