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Pressemitteilung, 22. März 2006

Grüne Kreistagsfraktion beantragt Grundlagenerhebung für Biomasse-Nutzung

 „Nicht zu Lasten des Natur- und Umweltschutzes und des Ökolandbaus“

 

Das Multi-Talent Biomasse und die erneuerbaren Energien stehen hier zu Lande hoch im Kurs. „Das ist sehr gut für das Klima, die Arbeitsplätze und für die regionale Wertschöpfung. Jetzt, wo der Atomausstieg begonnen hat, bekommen die Technologien der erneuerbaren Energien vollen Schwung, auch viele Fördermittel.“ Damit stellte die Grüne Kreisrätin Christine Denz, Mosbach, bei einer Fraktionssitzung die Grundzüge eines Antrags an den Kreistag vor: „Biomassepotential, Stoffströme und Standortplanung im Neckar-Odenwald-Kreis“. Wenn ein Landkreis umstrukturiert werden soll, müssen dafür auch verlässliche Planungsdaten geschaffen werden. Die Entwicklung ist im vollen Gang. Sowohl im privaten Bereich als auch in industriellen und kommunalen Betrieben wird kräftig investiert. „Die Energiewende geht ab wie eine Rakete. Wir Grüne sind seit 20 Jahren die Wegbereiter dafür. Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz 2004 beschert der Biomasse einen großartigen Boom“, so Fraktionsvorsitzende Gabi Metzger, Dallau,  und Kreisrätin Erna Schmidt aus Billigheim einmütig.

 

Insbesondere für die Nutzung der Biomasse wird für den NOK und für die umgebenden Landkreise eine Potentialabschätzung und eine Standortplanung notwendig, damit man sich bei der Beschaffung des Rohstoffes Holz nicht gegenseitig „das Wasser abgräbt“. Möglichst vieles muss aufeinander abgestimmt werden. Für die Verwendung des Ökostroms ist gesorgt, weil er von den zuständigen Energiekonzernen abgenommen werden muss. Aber auch die meist gleichzeitig entstehende Wärme muss Abnehmer finden, damit eine solche Pleite wie in Sansenhecken vermieden wird, wo die meiste Wärme legal in die Luft gelangt. Hier liegen noch Synenergiepotentiale und innovative Technologien brach, die durch eine Planung offensichtlich gemacht und gefördert werden können. Land-, Forst- und Abfallwirtschaft sind die Lieferanten der Biomasse. Um die dezentralen Anlagen des „Biogasparkes“ konkurrieren derzeit mehrere Gemeinden. Auch zahlreiche Anlagen von privaten Betreibern entstehen ebenso wie das „Bioenergiezentrum Obrigheim“. Holz wird verstärkt in Form von Scheitholz, Hackschnitzeln oder Pellets nachgefragt; kein Wunder angesichts der galoppierenden Öl- und Gaspreise. Es ist eine rasante Steigerung in der Anzahl der Anlagen zu erwarten. Die Grünen stellen fest: „Das Prinzip der kurzen Wege muss gewahrt bleiben.“ Damit das erreicht werden kann, muss vorausgedacht und langfristig geplant werden. Auch muss eine weitere Verkehrslawine durch Biomassetransporte vermieden werden. Ein solches Debakel wie mit den Mülltransporten auf den Straßen und durch die Ortschaften nach Buchen-Sansenhecken muss von vornherein vermieden werden.

 

Die Grünen Kreisrätinnen fordern ein, dass die Nutzung der Biomasse nicht zu Lasten des Natur- und Umweltschutzes und anderer Nachhaltigkeitsziele wie dem Ökolandbau gehen darf. Es müsse verhindert werden, dass die Gentechnik über den Anbau von Energiepflanzen ein Einfallstor in die Landwirtschaft erhält. Statt auf den großflächigen Anbau der schnell wachsenden düngerbedürftigen Pflanzen zu setzen, müssen kleinräumige, ländliche Strukturen erhalten werden.. Das Bundesumweltministerium hat mit „Bio-Regio“ Strategien zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse in ausgewählten Modellregionen in Auftrag gegeben. Leider gehört der Neckar-Odenwald-Kreis nicht dazu. Mehr ist nachzulesen unter www.bioregio.info. Die Neckar-Odenwälder Grünen veranstalten am 9. März in Mosbach („Mälzerei“, 20 Uhr) ein „Grünes Forum: Neue-Odenwald-Kraft“ für die Öffentlichkeit. Weitere Informationen unter www.gruene-nok.de