Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neckar-Odenwald

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Presse 2009

 

Presseanschreiben, 1. August 2009

Zu: „Startschuss für Sahara-Strom“, Fränkische Nachrichten 14. Juli 2009

 

Von Christine Denz, Mosbach, Bundestagskandidatin Bündnis 90/Die Grünen

Die Wüstenstrom-Idee „Desertec“ ist eine ganz „heiße Kiste“, weil gefährlich für den flächendeckenden Ausbau der Erneuerbaren Energien bei uns. Wie das?

Siemens, EON, RWE, MAN und Schott fordern Abnahmegarantien und garantierte Preise durch den deutschen Staat und entsprechende Subventionen und Gesetzesänderungen. 400 Milliarden soll das Projekt kosten. Bei den angestrebten Gesetzesänderungen steht zu befürchten, wie z. B. auch Herrmann Scheer argumentiert, dass bei uns die vorrangige Einspeisung für die erneuerbaren Energien entfallen würde. Diese haben aber den Siegeszug von Sonne, Wind & Co begründet. Denn schon heute erzeugen wir – ohne staatliche Subventionen - als Folge des EEG nahezu die 15% Grünen Strom, die „Desertec“ erst für 2020 anstrebt.

Seit acht Jahren sind 280.000 neue Arbeitsplätze im Land durch die Energiewende geschaffen worden: in der Land- und Forstwirtschaft, im Handwerk und Mittelstand, in den Zulieferbetrieben für Wind- und Solarkraftwerke. Unzählige Privatleute haben in eigene Solaranlagen investiert. Sie profitieren davon ebenso wie die Umwelt. Das Geld bleibt hier und geht größtenteils in den regionalen Wirtschafts- und Steuerkreislauf.

Nein, wir brauchen keine riesig dimensionierten und störanfälligen Leitungsnetze. Wir haben die Alternative auf den eigenen Dächern, den eigenen Äckern (Windkraft und Biomasse) und in unseren Flüssen und Wasserspeichern. Statt großer Speicher in der Wüste brauchen wir kleine dezentrale Speicher. An ihnen wird mit Hochdruck gearbeitet. Der „intelligente Stromzähler“ ab 2010 ist dafür ein weiterer Baustein.

Aber warum nicht auch „Desertec“? Das wäre für die nordafrikanischen Länder selbst ein Supervorhaben. Jede kWh aus Ökostrom ist gut für deren Wirtschaft und das Weltklima.