Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neckar-Odenwald

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Presse 2008

 

 

Fränkische Nachrichten, 23. 7. 2008

Metropolregion stärken und entwickeln

MdB Dr. Gerhard Schick zu Arbeitsgespräch bei Landkreis-Grünen

 

Zu einem Arbeitstreffen mit dem erweiterten Vorstand der Kreisgrünen und MandatsträgerInnen traf sich dieser Tage der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Dr. Gerhard Schick von Bündnis`90/Die Grünen in Mosbach. Nach einem Bericht zu den aktuellen Schwerpunkten der hiesigen Kommunal- und Landkreispolitik durch die Vorstände Christine Denz und Christine Böhm gab Gerhard Schick einen Überblick aus den Landes- und Bundesgremien der Partei. So werde der rührige Kreisverband Neckar-Odenwald in den Landesgremien als "klein, aber fein", wahrgenommen, so Dr. Schick. Erfreulich seien besonders die erfolgreiche Arbeit auf dem Energiesektor und die Tatsache, dass der Landkreis auf dieses "urgrüne" Thema mit all den positiven Begleiterscheinungen für Klima, Bevölkerung und Wirtschaft aufgesprungen sei. Begriffe wie "Energieeffizienz, nachhaltiges Wirtschaften und regionale Wertschöpfung" sind zu zentralen Themen einer breiteren politischen Basis geworden.

Dass die Grünen im ländlichen Raum nicht gerade vor Mitgliedern strotzen, sieht Dr. Schick nicht als Schwäche. Ein grünes "Vielvölkertum", das nicht nur aus Mitgliedern bestehe, sondern sich mit temporären MitstreiterInnen an einzelnen Themen beteilige, sei Ausdruck einer lebendigen Demokratie. Die Grünen müssen diese Themen auch zukünftig suchen und originell besetzen. Als ein weiterer Punkt wurde die Europawahl-Kandidatur einer gemeinsamen Vertreterin für die Metropolregion besprochen. Hier sei man auf einem viel versprechenden Weg, den Europawahlkampf mit einem ebenso jungen wie klugen Kopf besetzen zu können.

Die Diskussion eines Positionspapiers zur Weiterentwicklung der Metropolregion Rhein-Neckar aus Sicht der ländlichen Region nahm großen Raum ein. Prinzipiell wollen die Grünen eine stärkere Demokratisierung und Ökologisierung. Eine Forderung sei es, dass die VertreterInnen der Verbandsversammlung in direkter Wahl von den BürgerInnen bestimmt werden. So könnten Interessenskonflikte zwischen den in Personalunion agierenden Bürgermeistern und Landräten als Verbandsvertreter und der Entwicklung der Region ausgeschlossen werden. Der derzeitige Frauenanteil von derzeit 10% sei durchaus steigerbar. Bei dem Erfolgsmodell S-Bahn stehen ein künftiger halbstündiger Takt und die bessere Anbindung des ÖPNV der Kommunen ohne S-Bahnhof ganz oben auf der Tagesordnung. Diesel betriebene Bahnen wie die Madonnenlandbahn dürfen nicht von der Entwicklung abgehängt werden; eine Fokussierung nur auf die starken Achsen der S-Bahnen würde den Ländlichen Raum benachteiligen.

Ein regionales Energiekonzept, das die Besonderheiten der Teilregionen in der Metropolregion berücksichtigt, stellt ein weiteres Muss aus grüner Sicht dar. Die Stärken der einzelnen Regionen wie die Geothermie im Rheingraben und die Wind- und Biomasseenergie im Odenwald haben nicht nur große Potenziale in energetischer, sondern auch in arbeitsmarktrelevanter Hinsicht. Diese gelte es zu nutzen und auszubauen. Die Metropolregion solle hier in naher Zukunft eine Vorreiterrolle einnehmen. Umfassendes Ziel sei, dass sich das nachhaltige Wirtschaften als universales Prinzip generell etabliere, so der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag.

Weitere Anregungen der Kreisgrünen zu den Themen Umwelt, Energie und Bildung nahmen sowohl MdB Dr. Schick als auch sein Mitarbeiter Damian Wienchen mit auf den Weg nach Mannheim, den sie natürlich mit der S-Bahn zurücklegten.