Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neckar-Odenwald

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Presse 2007

 

Pressemitteilung, 5. Dezember 2007

Sonne, Wind & Co liefern heute Dreiviertel des Haushaltsstroms im Kreis - Grüne stellen ihr Fifty-Fifty-Energiekonzept vor

 

Wie steht es denn konkret um den Fortschritt von Sonne, Wind & Co im Neckar-Odenwald-Kreis? Welche belastbaren Zahlen gibt es für den Zubau der Erneuerbaren Energien im Kreis? Der heutige „Aktionstag Klimaschutz“ gab dem Kreisverband der NOK-Grünen Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Diese stellte Christine Denz, Kreisvorsitzende der Grünen, in Mosbach auf einer Vorstandssitzung vor. Unter ihrer Leitung hatte eine Arbeitsgruppe von hiesigen Mitstreitern die neu installierte hiesige regenerative Stromerzeugung seit Beginn des Erneuerbare-Energien-Gesetzes EEG aus dem Jahr 2001 bis zum aktuellen Stand Dezember 2007 erfasst.

Was wir brauchen, erzeugen wir hier! Mit diesem Grundgedanken verfolgen die Grünen in Anlehnung an andere Regionen das 100%-Ziel, das heißt die hier benötigte Energie wird vor Ort und auf klimaverträgliche Weise gewonnen. Das gilt für Strom und Wärme – und ebenso für die hier benötigten Treibstoffe. Nichts aber geht ohne „Negawatt“, d. h. mit massiven Einsparungen und Effizienzsteigerungen. Deshalb haben die Grünen ihr Energiekonzept auch mit „Fifty-Fifty“ überschrieben: 50% durch Einsparung bzw. Effizienz und 50% durch Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030. 

Wie es mit dem Segment Strom und dort dem Teilbereich Haushaltsstrom aussieht, erläuterte Christine Denz. Heute wird der Bedarf der Privathaushalte bereits zu 75% aus den NOK-Erneuerbaren gedeckt; ein Viertel fehle also noch bis zum erklärten Ziel des Landkreises, jenen bis zum Jahr 2009 ausschließlich regenerativ bereit zu stellen. Den Löwenanteil stellt mit 46% theoretisch die Biomasse – wobei das große Biomassekraftwerk auf dem AWN-Gelände in Buchen-Sansenhecken schon seit Monaten stillsteht. Windkraft liefert 24%; diese große Menge mag manchen aufmerken lassen und zu einer neuen positiven Einstellung führen. Denn Windkraft wird im Erneuerbare-Energien-Mix unbedingt gebraucht. Zum Vergleich: Mit einer einzigen modernen Windkraftanlage im NOK lässt sich Strom wie aus über 250 Hektar Maisanbau erzeugen. Die Sonne beteiligt sich mit 4% und wächst weiterhin rasant. Die Wasserkraft  trägt ca. 1% bei.

Denz zitierte aus Erhebungen der Elektrizitätswirtschaft und hob hervor, dass demnach Privatleute die Motoren der Entwicklung seien, weil fast ausschließlich sie in Sonne (97%), Wind (99%) und Biomasse (73%) investierten. Bei Wasser (Privatleute 17%) stiegen die großen Energieversorger ein. Die Energiewirtschaft wandle sich; viele kleine Standorte lösten die großen ab.

Die Neckar-Odenwälder Grünen blicken indes schon auf die nächste Zieletappe, nämlich die Deckung des hiesigen Gesamtstrombedarfs durch die Erneuerbaren Energien. Der Privatstrom macht im Bundesdurchschnitt lediglich 13% aus. Betriebe, produzierendes Gewerbe und die Kommunen samt dem Landkreis verbrauchen derzeit 87% des modernen Lebenssaftes. Auch im Strombereich liegen hohe Einsparpotenziale und Effizienzsteigerungen.

Erwartungen weckt die neue Energieagentur EAN des Kreises. „Hier steht eine große, aber lösbare Aufgabe an, die die Zusammenarbeit aller erfordert“, kommentierte Christine Böhm, Walldürn. Die Klimaänderungen zeigten schon jetzt die Grenzen der Belastbarkeit des Planeten. Die Erderwärmung könne nicht mehr rückgängig gemacht, aber begrenzt werden. Jeder müsse wirksam handeln.