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Leserbrief von Christoph Poss an die Süddeutsche Zeitung,
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Bezug nehmend auf den Beitrag "Deutschland droht ein Engpass beim Strom"
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vom 5. Dezember 2008
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Im SZ-Interview prophezeit Eon-Chef Wulf Bernotat einen Engpass bei der Stromversorgung Deutschlands. Schon 2012 soll, wenn der jetzige Kurs nicht geändert wird, eine Stromlücke entstehen. Diesen Mythos gab es schon einmal vor einigen Jahrzehnten und damals sind in Deutschland auch nicht die Lichter ausgegangen. Es ist offensichtlich, was der Chef des größten deutschen Energieunternehmens damit erreichen will: weitere Milliardengewinne und den Ausbau der Monopolstellung.
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Laut Umweltbundesamt besteht keine Gefahr eines Blackouts. Werden die erneuerbaren Energien wie bisher ausgebaut, kommt dadurch mehr neu installierte Leistung ans Netz, als
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durch den Atomausstieg wegfällt. Deutschland ist einer der größten Stromexporteure Europas. Als im Sommer 2007 zeitweise sieben AKW vom Netz waren, wurde hierzulande
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immer noch ein Überschuss an Strom produziert. Natürlich sind die großen Konzerne gegen eine Energiewende. Denn mit jedem Jahr Laufzeitverlängerung spülen die AKW den
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Konzernen 10 Milliarden Euro in die Kassen.
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Der Neubau von Kohlekraftwerken wird damit gerechtfertigt, dass alte, ineffiziente Kraftwerke vom Netz gehen und man in Zukunft das CO2 abscheiden kann. Das ist ebenfalls
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Augenwischerei. Die Kraftwerksneubauten haben eine höhere Leistung als die alten, die abgeschaltet werden. Um die Klimaziele zu erreichen, darf der Energiesektor im Jahr
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2050 nur 85 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Die derzeit geplanten Kohlekraftwerke würden aber mindestens 145 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen, was mit dem Klimaschutz
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absolut unvereinbar wäre. Die hochgepriesene Abscheidungstechnik ist noch lange nicht serienreif und würde ein Drittel der Energie verschlingen, was mit noch höheren Emissionen verbunden wäre. Auch die Lagerung des CO2 ist unsicher. Tritt es aus, sammelt es sich in
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Bodennähe und erstickt alles Leben. Würde das CO2 unter dem Meeresboden gelagert, wären die Ozeane durch eine zusätzliche Versauerung gefährdet. Schon jetzt sind die
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Korallenriffe durch die Versauerung extrem bedroht und somit die Kinderstuben der Fische.
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Die Lösung kann also nur eine dezentrale, effiziente und umweltfreundliche Energieversorgung sein. Wie die Finanzkrise gezeigt hat, geht es nicht lange gut, eine
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nicht nachhaltige und nur auf Profit ausgelegte Wirtschaftspolitik zu betreiben. Bleibt nur zu hoffen, dass die Menschheit daraus gelernt hat.
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Diese Lesermeinung wurde in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht
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Christoph Poss, wird als Kandidat bei der Kreistagswahl 2009 für Bündnis 90/Die Grünen antreten
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