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30. November 2008
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Leserbrief zu Gentechnik-Vortrag
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Als Wissenschaftler war er eingeladen, als Lobbyist (wohl ohne eigenen finanziellen Nutzen) für die Gentechnik entpuppte er sich. Prof. Andreas Schier von der Fachhochschule Nürtingen, sollte – dazu war er von den landwirtschaftlichen Organisationen im NOK gebeten worden - über Fragen zur Gentechnik sprechen. Aber statt das Pro und Contra darzulegen, pries er einseitig die Gentechnik. Kritische Fragen nach den negativen Auswirkungen wischte er beiseite: „Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für Probleme“. Ethische Bedenken braucht man demzufolge überhaupt nicht zu haben.
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Na prima! Aber wie sieht es tatsächlich aus mit der Wirkung auf die benachbarten Felder und auf die Bienen bzw. auf den Honig, der gentechnik-verunreinigt ist und deshalb nicht verkauft werden darf? Wie sieht es aus mit der Existenz nicht nur der Bio-Bauern?
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Diese nur 5% Öko-Bauern müssten sich einfach fügen, meinte Schier hierzu lapidar.
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Keine, nicht eine Versicherung bietet Schadenersatz an. Wie sieht es aus mit den langfristigen Auswirkungen einer nicht-rückholbaren Technik? Mir drängt sich der Vergleich mit der ewig strahlenden Atomenergie auf. Wie sieht es auf Dauer aus mit der Abhängigkeit von ganz wenigen Agro-Konzernen wie Monsanto, die Genpflanzen züchten, die resistent für traditionelle Spritzmittel sind, und diese patentieren? Ziemlich duster!
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Es ist nicht wahr, dass wir die Gentechnik für die weltweite Beseitigung des Hungers brauchen.
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Prof. Schier drückte mit Bildern von erbarmungswürdigen Kindergesichtern mächtig auf die Tränendrüsen. Aber der jüngst erschienene Welt-Agrarbericht weist nach, dass es genügend Nahrungsmittel gibt, jedoch nicht überall. Es ist eine Frage der Verteilung. In der westlichen Welt werden mehr als ein Drittel der Nahrungsmittel – weggeworfen.
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Gut, dass man sich im Internet informieren kann! So kann man nämlich nachlesen, was Prof. Schier verschwieg. Er hat im April 2008 sein Forschungsprojekt mit gentechnisch veränderten Maispflanzen eingestellt. Die Proteste, der Druck aus der Bevölkerung und von einer Gruppe von Genmais-Gegner führten dazu ebenso wie die Empfehlung der gesamten Hochschulleitung und des Hochschulrates Nürtingen. Zudem erläuterte der Referent in seinem Vortrag, Drittmittel für seine Freilandforschungen mit Genmais verwendet zu haben. Problematisch an Drittmitteln ist die Einflussnahme der Geldgeber auf die Forschungsfreiheit, insbesondere, wenn sie Anreize für angewandte und ergebnisorientierte Forschung bieten. Dafür gibt es ein Sprichwort: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Die Zeitungsberichte weisen aus, dass Monsanto und nicht Prof. Schier der Betreiber des Feldversuchs ist! 35.000 Euro hat der Konzern der Hochschule z. B. in 2007 bezahlt.
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Ich möchte als Verbraucherin ökologisch und regional einkaufen – mit Sicherheit! Dieser Wunsch greift immer mehr um sich und ist auch politisch gewollt. Ich fände es gut, wenn der Neckar-Odenwald-Kreis sich zur gentechnik-freien Region erklärt. Das sollte auch die Verpflichtung umfassen, keine gentechnisch veränderten Energiepflanzen anzubauen.
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Christine Denz, Mosbach, Kreisrätin für Bündnis 90/Die Grünen NOK
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