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Leserbrief zum Thema „Erneuerbare Energien im Neckar-Odenwald-Kreis“,
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nimmt Bezug auf den Leserbrief des Landrats Brötel in der RNZ vom 13. März 2006
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Die Vision des Landrats: 100% des Stroms an Privathaushalte aus erneuerbaren Energien.
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Klingt revolutionär, doch bei näherer Betrachtung immer noch zu dürftig.
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Warum nur Haushalte? Auch Firmen und Behörden benötigen Strom. Warum nur Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen? Strom macht nämlich nur 10% des Energiebedarfs von Max Mustermann aus, er benötigt etwa 50% für seine Heizung und 30% für sein Auto. Warum nur 100%? Produziert denn Porsche Autos nur für die Schwaben? Erst recht unser Kreis mit viel Landwirtschaft wird in Zukunft Energie auch für außerhalb produzieren müssen.
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Des Weiteren ist Vision das falsche Wort, eine Umstellung ist langfristig pure Notwendigkeit. In 100 Jahren sind Kohle, Öl und Gas verschwunden und das Uran wird noch früher ausgehen. Letzteres wird übrigens aus ebenso unsicheren Ländern importiert wie die fossilen Energieträger. Natürlich werden die Preise schon Jahrzehnte vorher nach oben schnellen, man denke an den Grundsatz von Angebot und Nachfrage. Die Verteilungskämpfe werden zunehmen, die Kriege im Irak und Kuwait geben einen kleinen Vorgeschmack.
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Aus all diesen Gründen können wir gar nicht früh genug unabhängig werden von den endlichen Ressourcen Kohle, Öl, Gas und Uran. Auch um unserer Wirtschaft Willen. Schon jetzt ist Deutschland Weltmarktführer in Wind- und Solartechnik. Lernen wir doch von China:
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Umgerechnet auf Deutschland betreibt dieses Land auch in Zukunft nur zwei Atomkraftwerke. Hingegen sind drei Viertel aller weltweiten Solaranlagen in China installiert.
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Es stellt sich also nicht die Frage, wieviel Ökostrom ist möglich und was sind die Kosten. Sondern wie schnell schaffen wir den zwingenden Umstieg und profitieren vom Technologieexport in Länder wie Frankreich und USA, die diese Entwicklung erst später begriffen haben werden. Spätestens in 70-80 Jahren sind wir bei 100% regenerativen Energien angekommen, so oder so.
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Doch leider trauen sich Politiker der CDU und FDP immer noch nicht, gegenüber den Wählern die notwendigen Schritte zuzugeben. Nur weil es die Grünen waren, die das schon lange zuvor erkannt haben? Stattdessen werden die immer gleichen Märchen aufgetischt, auch vom Landrat. Es gibt keine Atomstromimporte, denn der Zuwachs an erneuerbaren Energien ist und wird größer sein als der Rückgang durch das Abschalten der AKWs. Die Verlängerung der Laufzeiten würde die neue Technik verzögern und wäre daher langfristig eben nicht klimafreundlich. Und billiger ist Atomstrom allemal nicht, zusätzlich würde noch mehr Atommüll produziert, dessen Entsorgungsproblem ungelöst ist. Wer weiß, wie man den Müll 100.000 Jahre lang vor Kriegen, Anschlägen und geologischen Ereignissen schützen kann? Mein Fazit: Lieber die Solarzelle auf dem Dach als den Atommüll in der Hand.
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Markus Schwab, Dallau
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