Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neckar-Odenwald

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Presse 2009

 

Pressemitteilung, 24. Mai 2009

Wer (MB)A gesagt hat, soll nun auch (MB)B sagen?

Kreis-Grüne informieren über geplante Mineralstoffbehandlungsanlage in Buchen 

 

von Christine Denz

Die AWN will auf der Mülldeponie nach A nun B sagen – mit der Mineralstoffbehandlung Buchen MBB soll die Hälfte der leer stehenden MBA-Halle genutzt und außerdem die Deponie weiter aufgefüllt werden. Weitere Ergänzungsprojekte sind möglich. Rechtzeitig vor der Kommunalwahl lud der Grüne Kreisverband den AWN-Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter zu einem öffentlichen Vortrag in Buchen ein – nachdem die Bevölkerung erst exakt einen Tag nach der letzten Wahl 2004 von den MBA-Mülltransporten erfahren hatte. Die Leitung oblag Christine Böhm, Kreisvorsitzende und Spitzenkandidatin für die Kreistagswahl, und Christine Denz, Co-Kreisvorsitzende und erneut kandidierende Kreisrätin. Diese informierte darüber, dass die Grünen qua Kreistagsgeschäftsordnung trotz Fraktionsstatus derzeit nicht im AWN-Aufsichtsrat vertreten sind, was sie auch bei der Mitsprache und Kontrolle beim geplanten Projekt behindere.

Lebhaft nachfragend und kontrovers diskutierend verhielt sich das Publikum, unter ihnen die Grünen Kreistagskandidaten Amelie Pfeiffer aus Bödigheim, Christoph Poss aus Hollerbach, Berthold Weigand aus Hettingen, Rainer Miksch aus Osterburken und als „Sachverstand von außen“, die Dipl.-Ingenieurin für Umwelttechnik, Naemi Denz.

Die MBB ist eine Betreibergesellschaft, zu gleichen Teilen gebildet aus AWN und ECOSOIL. Diese wiederum ist eine Tochter des Baukonzerns „Hoch-Tief“, also an der Beseitigung von Bauschutt und Gleisschotter interessiert. Der Standortvorteil „Gleisanschluss“ jedoch kommt lt. Dr. Ginter nicht zum Tragen; bisher sei seitens der Bahn keine Anlieferung über die Schiene vorgesehen, da sie nicht genügend Schüttwaggons habe. So zeichnen sich wiederum die Mülltransporte durch die Ortschaften ab. Die mineralischen Abfälle sollen offiziell bisher nur in der Halle zerkleinert und weiter bearbeitet werden. Laut den Unterlagen ist dieses aber auch außerhalb der Halle vorgesehen. Es existiert zwar eine Liste, welche Materialien behandelt werden sollen; allerdings liegt die Maschinentechnik noch nicht fest. 

Bisher liegt keine Genehmigung vor, sondern nur eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung UVU, die keine grundsätzlichen Bedenken formuliert. Der Beginn des Genehmigungsverfahrens (BImSchG)  unter Beteiligung der Öffentlichkeit wird für Mitte 2009 erwartet, die Inbetriebnahme für Ende 2009/Anfang 2010 anvisiert.

Die Fragen von Anwohnern nach der Ansammlung von Stäuben, evtl. krebserregenden Stoffen  und der Lärmbelästigung (angesetzte Schallwerte von 120 – 125 Dezibel) mit der Halle als evtl. zusätzlichem Dröhnkörper wurden nicht zufrieden stellend beantwortet.  Auch wurde befürchtet, dass sich das Baumsterben fortsetzt. Zur Wiederherstellung des durch die MBA verloren gegangenen Vertrauens forderten die Anwesenden von der AWN ein freiwilliges Monitoring von Luft und Boden im Umkreis von 1,5 km. „Auch wir Grüne unterstützen dies“, beschloss Christine Böhm den Abend und bedankte sich bei Dr. Ginter mit einem Badezusatz – zum Entschlacken!

Christine Denz, 24. Mai 2009