Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neckar-Odenwald

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Presse 2009

 

Fränkische Nachrichten, 5. Februar 2009

 

Nominierungsversammlung: Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Odenwald-Tauber wählten Christine Denz als ihre Bundestagskandidatin

 

Einklang von Mensch und Natur im Blick

 

Mit einem nahezu einstimmigen Wahlergebnis ausgestattet, schicken die Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen des Neckar-Odenwald-Kreises und des Main-Tauber-Kreises Christine Denz bei der Bundestagswahl Ende September als gemeinsame Direktkandidatin in das Rennen um das Bundestagsmandat für den Wahlkreis Odenwald-Tauber. Bei der Nominierungsversammlung am Dienstag im "Badischen Hof" in Hardheim votierten 15 der 16 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder für die 60-jährige Sonderschullehrerin aus Mosbach.

"Ich möchte grüne Wählerstimmen einsammeln und neue Wählerschichten anzapfen", hatte sich die Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Neckar-Odenwald-Kreis zunächst vorgestellt.

Nach weiteren Regularien ging sie in ihrer Bewerbungsrede zunächst auf die globale Situation als Grundlage ihrer politischen Positionen ein und knüpfte dabei einen engen Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Finanzlage, sozialen Fragen und der ökologischen Situation.

"Wir brauchen einen globalen Ausgleich durch faire Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklungszusammenarbeit", forderte Denz ein umfassendes Umdenken. Eine andere Welt sei möglich und nötig, denn sonst gehe die Schere von "maßlosem Reichtum und unvorstellbarer Armut" noch weiter auseinander.

Zudem müsse eine sofortige Klimawende herbeigeführt werden, um ein Klimachaos zu verhindern. "Die ökologische Situation ist ebenso bedrohlich, wird aber nicht so empfunden, weil die Auswirkungen erst innerhalb von 30 bis 40 Jahren erlebbar werden", mahnte Denz.

Dabei habe es sogar den Anschein, dass man erst einmal Krisen brauche, um innezuhalten und sich umzuorientieren. Die Politik sei nun ebenso gefordert wie jeder einzelne Mensch.

Mensch soll im Mittelpunkt stehen

Als Ausweg skizzierte die Kandidatin einen "Green New Deal", auf dessen Grundlage man die aktuellen Konjunkturpakete in ökologische und soziale Projekte umleiten müsse. Im Mittelpunkt solle dabei in Zukunft wieder der Mensch und nicht das Geld stehen. "Mensch und Natur müssen in einen dauerhaften Einklang gebracht werden.

Daher gelte es auch im Wahlkreis, die Ärmel hochzukrempeln. Hier müsse vor allem die "Bildungs-Flickenlandschaft" infolge der verfehlten Schul- und Elternpolitik überwunden werden. Anstatt Selektion müssten individuelle Förderung und gemeinsames Lernen bis zur neunten Klasse im Mittelpunkt stehen. Zusätzlich gelte es, die Kleinkinderbetreuung flächendeckend auszubauen.

Plädoyer für Grundeinkommen

Im sozialen Bereich tritt Christine Denz für ein Grundeinkommen ein. "Starke müssen mehr schultern, damit die Schwachen besser leben können", warb sie für mehr Solidarität. Als "Kernkompetenz" von Bündnis 90/Die Grünen will sie sich aber auch weiterhin stark im ökologisch-energetischen Bereich engagieren. Im Wahlkreis sei man in Sachen Energiewende inzwischen sogar Impulsgeber. Diese Position gelte es nun weiter auszubauen, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Wertschöpfung in der Region zu halten.

Neben der Energiewirtschaft will sie den Fokus jedoch auch auf den Öko-Landbau und die Gentechnik richten. "Mein Ziel ist, zu einer menschen- und naturverträglichen Lebensweise beizutragen. Ich versuche an vielen verschiedenen Stellen etwas anzuschieben und ich stehe meine Frau auch in einem so schwierigen Wahlkreis", schloss Christine Denz schließlich ihre Bewerbung. In der anschließenden Wahl wurde sie (bei einer Enthaltung) einstimmig nominiert.

An die Wahl schloss sich gegen Ende der Versammlung noch ein erster Gedankenaustausch über den bevorstehenden Wahlkampf an. Inhaltlich fundiert soll dieser geführt werden, ohne jedoch auf einen gewissen Spaßfaktor während der Ferienzeit zu verzichten. Über einzelne Schwerpunkte will man sich profilieren und auch im bürgerlichen Lager an Glaubwürdigkeit hinzugewinnen. Die detaillierte Abstimmung des Wahlkampfes soll jedoch erst während eines Strategietreffens erfolgen. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", schloss Versammlungsleiterin Christine Böhm schließlich die Versammlung. rs