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Ein heißes Eisen im Neckar-Odenwald-Kreis: Die Odenwald-Transversale

Leserbrief von Rainer Miksch aus Osterburken zum geplanten Bau der „Odenwald-Autobahn“ vom 4. Januar 1995. Die Forderung geht nach einer von Ortsdurchfahrten gänzlich „befreite“ Nord-Süd-Verbindung des Aschaffenburger Raums mit dem Mosbacher/Neckarelzer Raum bzw. eine Anknüpfung an die A81. Die Umgehungsstraße um Adelsheim ist jetzt (2006) der Beginn, weitergeführt werden soll sie „zwangsläufig“ – in der Argumentation der Befürworter – mit der Transversale von Adelsheim nach Buchen. Darüber soll der zeitlichen Planung nach der Kreistag im Herbst entscheiden.

Hier der inzwischen (im Jahre 2007) 12 Jahre alte Leserbrief im Wortlaut:

 

 

4. Januar 1992

Rainer Miksch, BIO“-Stadtrat in Osterburken

 BIM, BAM, BUM …..

…. Wer hält da wen für dumm?

Das Getöse, welche die selbsternannte Bürgerinitiative für Adelsheimer oder Bauländer und/oder sonstige Menschen macht, ist schon bewundernswert; vor so viel Selbstgerechtigkeit kann man nur den Hut ziehen – und sei es auch ein „Grüner“!

Doch Spaß und Spott beiseite – die Sache ist sehr ernst: Mit schöner Regelmäßigkeit wird die von Seiten des Verwaltungsgerichts Baden-Württemberg – und nicht von irgendeinem „Naturschützer“ - als „miserabel geplant“ festgestellte Umgehungsstraße wie die Erlösung von allen bösen „Verkehrsplagen“ angepriesen. Geschickt wird dabei dem mehr oder weniger unorientierten Unterschriftswilligen eingeredet, mit seiner Unterschrift könnte er die Probleme der ganzen Region (von Schefflenz bis Seckach/Buchen) aus der Welt schaffen helfen!! Mit ruhigem Gewissen kann dieser wieder zum Einkaufen z. B. direkt vor den Metzgerladen fahren und auf alle anderen schimpfen, die ausgerechnet dasselbe tun wollen und ihm den knappen Parkplatz nicht gönnen!? Kann man denn nicht einmal anfangen, über die eigene „Autoradioantennenspitze“ hinauszusehen?

Man braucht sich doch nur den zur zeit in der anhörung befindlichen Generalverkehrsplan anzusehen bzw. das davon in den Zeitungen Veröffentlichte zu betrachten:

Es geht entgegen anderslautenden Äußerungen in erster Linie um Aus- und Neubau des Straßennetzes – und eines der „Hauptanliegen des NOK“ (!) zu diesem Plan ist der Ersatz für die vor Jahren abgelehnte „Odenwald-Autobahn“, nämlich eine von Ortsdurchfahrten gänzlich „befreite“ Nord-Süd-Verbindung des Aschaffenburger Raumes mit dem Mosbacher/Neckarelzer Raum bzw. eine Anknüpfung an die A 81.

Deswegen „muss man“ (BAM, Abkürzung für die o. g. Bürgerinitiative) die Umgehungsstraße Adelsheim/Osterburken fordern und die vielen anderen bei Schneeberg, Rippberg, Schlierstadt, Zimmern (vielleicht auch noch Bofsheim als Alternative?), Schefflenz, Auerbach, Neckarburken usw. wohl auch noch. Dann beginnt die schöne Zeit der LKW-Kolonnen durch den „Naturpark Odenwald“: Welcher Brummi fährt denn etwa von Frankfurt über die verstopfte Autobahn bei Walldorf, bei Sinsheim oder bei Würzburg, wenn er durch den Odenwald schneller z. B. nach Crailsheimkommen kann? Wenn dazu noch eine Autobahngebühr kommt? Und was hätten die Adelsheimer, Osterburkener, Schlierstädter usw. davon: mehr Schwerverkehr, zwar nicht vor der Haustür aber hinterm Haus, viele „schöne“ Brücken, zerschnittene Wälder, eingekerbte Höhen, also „Viel Lärm um Nichts“? – Nein, um einen zu hohen Preis.

Deshalb kann unser Heil nicht in „noch mehr Straßen“ liegen, sondern eher in „weniger Straßenverkehr“, wobei durchaus der von uns selbst produzierte ebenso eingeschlossen ist!