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Pressemitteilung, 3. 6. 2007
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Ökobilanz der Erneuerbaren
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Angesichts der derzeitigen rasanten Entwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien ist eine Bilanzierung ihrer Vor- und Nachteile und eine Diskussion darüber notwendig, was wir warum wollen und wohin wir wollen. Die Landesregierung will erklärtermaßen bis 2010 den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Energiegewinnung verdoppeln. Dabei legt sie ihre Hoffnung in Biomasse/Biogas, was wir durchaus differenziert kritisch betrachten. Windkraft will sie nicht, hat mit dem Instrument der derzeitigen Regionalplanung nur ungefähr 1/5 der möglichen wirtschaftlichen Standorte zugelassen. Im Bereich der Großen Wasserkraft im Neckar verhindert sie bisher eher, als dass sie die umweltfreundliche Energiegewinnung fördert. Dafür soll es also die Biomasse mit den nachwachsenden Rohstoffen richten.
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Damit auch die auch von uns begrüßte Nutzung von Biomasse nachhaltig dem Klima- und Naturschutz dient, muss man überlegt und differenziert vorgehen. Nachwachsende Rohstoffe verschaffen – nicht nur - den Land- und Forstwirten neue Einkommensquellen, haben aber einen immensen Flächenverbrauch: rd. 300 ha Anbaufläche für eine Anlagengröße von 500 KW bei einer Stromproduktion für ca. 1.000 Haushalte. Wie weit werden wir dann kommen? Die entstehende Wärme wird derzeit oft nicht genutzt (da fehlt noch ein Wärmegesetz) , sondern heizt die Atmosphäre weiter auf. Rechnen für die unter diesen Umständen negative CO2-Bilanz muss man auch die erheblichen An- und Abfahrten der Traktoren. Weiterhin tut sich das Problem auf, dass irgendwann vielleicht nicht heimische Rohstoffe genutzt werden, sondern Palmöl, bei dessen Herstellung bekanntermaßen Tropenwälder gerodet werden. Es ist auch zu bedenken, in welchem Maße man landwirtschaftliche Produkte verheizen oder verflüssigen darf. Aber halt! Das gab es bedarfsgerecht auch schon früher. Da bauten die Bauern Hafer für ihre 1-PS-Hilfskräfte an, bis dann die Traktoren eine andere Art von Treibstoff schluckten.
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Die Erneuerbaren Energien Sonne, Wind und Wasser hingegen sind unerschöpflich und kostenlos zu haben. Für Windkraftanlagen gibt es gute Gründe: kaum Landverbrauch, höchstens 1 ha, für den der betreffende Landwirt Pacht bekommt. Eine 1,5 MW-Anlage beispielsweise erzeugt Strom für ca. 3.000 Haushalte. Wärme entsteht nicht. Die Windkraftanlage mit ihren kostbaren Rohstoffen wird bei Betriebsende recycelt. Bleibt der individuelle Blick auf das Landschaftsbild – wir selber sehen die Windmühlen als Künder einer guten Zukunft. Eine ähnlich gute Ökobilanz hat die Wasserkraft, wenn die naturschutzrechtlichen Voraussetzungen für Fauna und Flora erfüllt werden. Auch die Sonnenenergie steht uns für die Stromgewinnung und für warmes Wasser und zur Heizungsunterstützung kostenlos und unendlich zur Verfügung. Übersteigen wir doch endlich die Barrieren in den Köpfen! Und fangen wir doch endlich mit dem überlegten Einsparen von Energie an – nach dem allerpreiswertesten und allerschnellst wirksamen Motto: Negawatt statt Megawatt!
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Christine Denz, Mosbach und Christine Böhm, Walldürn
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Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen NOK
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