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Pressemitteilung, 12. 2. 2006
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Schule soll hungrig machen, nicht satt
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Bürger sprachen mit Grünen über Schulpolitik
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Unter dem Motto „Paukst Du noch oder lernst Du schon“ luden letzten Donnerstag die Grünen zu einem Gesprächsabend über Bildungspolitik in den „Riesen“ in Walldürn ein. Zahlreiche SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen nutzten die Gelegenheit zur Diskussion mit Theresia Bauer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag, und der Landtagskandidatin Christine Böhm.
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Theresia Bauer, zugleich Sprecherin der Grünen in Sachen Hochschule sowie Integration, verdeutlichte anfangs die Berührungspunkte ihrer Arbeit mit der Bildungspolitik: Auf lange Sicht wichtig für unsere Wirtschaft seien die klugen Köpfe, gerade in Baden-Württemberg. Die Studienplätze aber würden immer knapper, zudem steige gleichzeitig der Mangel an qualifizierten Kräften, und zwar nicht nur an Akademikern, sondern auch in den Ausbildungsberufen. Eine nachhaltige Lösung biete nur eine gerechte Bildung mit gleichen Chancen für alle SchülerInnen, was auch Angebote für schwache oder arme Kinder und Einwandererkinder erfordere. Stattdessen konzentriere sich die CDU/FDP-Regierung in ihrer Schulpolitik auf Elitenförderung und harte Selektion z.B. durch das achtjährige Gymnasium (G8) und eine zu frühe Betonierung der Lebenszukunft durch die Schulzuweisung nach der vierten Klasse. Noch immer herrsche die falsche Denkweise, unabhängig von der Schulform: Ein Drittel ist hier falsch, ein Drittel muss ausgesiebt werden.
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Im folgenden Gespräch verwiesen die Eltern besonders auf eine mangelhafte Umsetzung des G8 und der Ganztagsschule. Ein Abiturient beklagte die hohen Stundenausfälle, die ihm nach seinen Worten schon jetzt faktisch das G8 bescherten, wo er sich eigentlich noch im G9 befinde. Eine Mutter bemerkte zur Ganztagsschule, diese dürfe keine schlichte Verlängerung des Unterrichts im Dreivierteltakt sein, auch sei die alte „Lernbulimie“ – Reintrichtern und Abfragen – hierfür nicht geeignet.
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Daher gehört zu den Forderungen der Grünen eine geänderte Ausbildung insbesondere für GymnasiallehrerInnen, welche sie besser darauf vorbereitet, den Lernstoff zu vermitteln, auch Schwache im Unterricht mitzunehmen und – immer wichtiger – die soziale Kompetenz der Kinder zu entwickeln. Wir brauchen mehr Breite in der Bildung statt Spitze, wo der Rest des schulischen Eisbergs unter Wasser ist, findet die Kreisvorsitzende Christine Denz. Die grüne Kandidatin Christine Böhm schloss mit dem Satz „Schule soll Kinder hungrig machen und nicht satt!“
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