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Presse
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2005
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Rhein-Neckar-Zeitung – 26. 04. 2005
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"Der Atomausstieg ist ein Segen"
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Beim "Umschaltfest" traf sich viel grüne Parteiprominenz - Viel Beifall für Musikgruppen aus der Region und Kabarettist Christoph Sonntag
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Grüne Parteiprominenz und ein Kulturprogramm mit Musik und Kabarett lockten am Montag rund 250 Gäste in die Alte Mälzerei. Die beiden Kreisvorsitzenden Christine Böhm und Christine Denz begrüßten u.a. Umweltminister Jürgen Trittin (Mitte) und MdB Fritz Kuhn (l.) als Redner. Viel Beifall gab es für den Kabarettisten Christoph Sonntag.
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Von Peter Lahr
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Mosbach. Unter dem Motto "Wir können alles. Auch umschalten" luden der bündnisgrüne Kreisverband Neckar-Odenwald und der Landesverband am Montag zu ihrem "Umschaltfest" ein. Die beiden Kreisvorsitzenden Christine Böhm und Christine Denz hießen hierzu in der "Alten Mälzerei" zahlreiche grüne Parteiprominenz unter den gut 250 Gästen willkommen, an der Spitze Umweltminister Jürgen Trittin.
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Als Ehrengast begrüßten Christine Böhm und Christine Denz Dr. Walter Sieber von der Klägergemeinschaft "AKW Obrigheim abschalten". Dass der erste Reaktor im Rahmen des Atomkonsenses abgeschaltet werde, war für Christine Denz ein "riesengroßer Grund zur Freude", aber nicht zur Schadenfreude. Für Christine Böhm stellte die KWO-Abschaltung ein lang erarbeitetes Etappenziel dar.
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Das Umschaltfest sei der "Schluss- und Höhepunkt" einer Veranstaltungsreihe des grünen Kreisverbandes, der die Abschaltung über Monate hin begleitet habe. Deshalb informierten auch die Firma Solarart, die "Solarbrücke Obrigheim-Biblis" und die "Initiative Windkraft Odenwald" über ihre Arbeit.
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Auf dem Büffet, mit dem die Grünen ihre Gäste bewirteten, spielte eine regionale Spezialität die Hauptrolle, der Grünkern - in zahlreichen Variationen. "Ein Energielieferant ganz nach unserem Geschmack: grüne Kern-Kraft", scherzte Christine Denz, die als Moderatorin durch den Abend führte.
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Am Vorabend des Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl beteuerte Umweltminister Trittin, dass Deutschland endgültig aus der Plutoniumwirtschaft aussteigen werde. Denn eine Kernschmelze sei bis heute bei keinem Reaktor ausgeschlossen. Gleichwohl sei dies kein "Stilllegungsfest", unterstrich Trittin. Es ginge vielmehr darum, die Energieversorgung umzustellen "auf die drei E: Energieeinsparung, Effizienz und Erneuerbare Energien".
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Dass es sich bei dem deutschen Weg der Energiewende keinesfalls um einen "Sonderweg" handele, belegte Trittin am Beispiel China. Dort seien zwar drei Atomkraftwerke im Bau, aber parallel dazu solle bis ins Jahr 2010 zehn Prozent des Stromes aus Wind, Wasser und Sonne gewonnen werden.
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Beim KWO handele es sich um ein "Museumsstück", das vor allem die Notwendigkeit permanenter Nachrüstung belegt habe, betonte Trittin. Den KWO-Mitarbeitern dankte der Minister für deren "verantwortungsvollen Umgang mit dieser Hochrisikotechnologie".
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"Lebt denn die grüne Basis noch?", fragten sich "Die grünen Filzläuse" und spotteten auch über den EnBW-Slogan "Energie sinnvoll nutzen". Eine "Stabsübergabe von Stade nach Obrigheim" vollbrachte MdL Andreas Meihsies aus Niedersachsen. Christine Denz, die den grün leuchtenden Stab erhielt, versprach, ihn 2007 nach Biblis zu geben.
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"Der Atomausstieg ist ein Segen für die Menschheit", betonte Sylvia Kotting-Uhl; er richte sich jedoch nicht gegen Menschen. Den KWO-lern gab die Landesvorsitzende zu bedenken, dass auch ohne Atomkonsens der Obrigheimer Reaktor nur noch drei Jahre Laufzeit vor sich gehabt hätte. Die Befreiung von dem "Restrisiko" empfinde sie persönlich als eine Erleichterung. Wenn die "Skandalgeschichte" des Obrigheimer Reaktors ende, dann feierten die Grünen mit Recht. Dass mit dem Ende der Ära Teufel auch die Verteufelung der Windenergie eingeläutet werde, das hoffte Kotting-Uhl.
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"Ich freue mich - einfach ohne aber", gestand auch der grüne Fraktionsvorsitzende im Landtag, W. Kretschmann. Denn bei der Parteigründung vor 25 Jahren habe der Ausstieg aus der Atomkraft als "Werte-Entscheidung" ganz oben gestanden. Statt sich für längere Atomlaufzeiten stark zu machen, solle Oettinger lieber mit den Grünen "mittelstandsorientierte Energiepolitik" betreiben.
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Lieder über Sonne, Wind und Wasser aus fünf Jahrhunderten präsentierten die vier Sänger des Mosbacher Ad-hoc-Ensembles "Quattro Staggioni".
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Kämpferisch gab sich MdB Fritz Kuhn, früher Fraktionsvorsitzender im Landtag: "Dieser Tag ist ein Freudentag für alle Menschen, die an ihre Kinder und Enkelkinder denken." Die Abschaltung von KWO sei ein Freudentag für die Region und für das Land Baden-Württemberg. Allerdings sei der Atomausstieg mit den ersten drei Kraftwerken erst eingeleitet, gab Kuhn zu bedenken. Die Entscheidung über dessen Fortsetzung hänge vom Ausgang der Bundestagswahl ab.
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Respektlos, bitterböse und fast ohne Strich und Komma präsentierte der Stargast des Abends, der Kabarettist Christoph Sonntag, Pointe um Pointe und sorgte für nachhaltige Heiterkeit. Ob der "Teufelsaustreiber aus der Villa Reitzenstein", Kindergartendemos vor Sendemasten oder der "total witzige TV-Tipp Visaausschuss": Sonntag strapazierte die Lachmuskeln seines Publikums gehörig.
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Zum musikalischen Schlusspunkt versammelten sich fast alle Mitwirkenden auf der Bühne, um den "Hair-Klassiker" anzustimmen: "Let the sunshine in" erklang es aus Hunderten von Kehlen.
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