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Leserbrief als Antwort auf eine Pressemitteilung des Unternehmenskreis Mosbach, der die Stilllegung des KWO beklagt
Der Unternehmenskreis Mosbach übt sich unverdrossen in Rückwärtsgewandtheit. Wirtschaft hat viel mit Psychologie zu tun. Ist der Standort erst einmal schlecht geredet, sieht es tatsächlich um neue Arbeitsplätze schlecht aus. Mittels solcher konzertierter rückwärtsgewandter Aktionen sind wir im NOK bald so weit. Höchste Zeit, sich zu besinnen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen! Hierzu erfolgreiche Beispiele aus Schwäbisch-Hall und aus Lubmin bei Greifswald.
Beispiel Schwäbisch-Hall: Dort baut die Firma Würth jetzt eine Solarfabrik, in der Photovoltaik-Module nach der neuen CIS-Technologie hergestellt werden. 120 neue Arbeitsplätze! Vor einigen Jahren noch war das Interkommunale Gewerbegebiet TECH.N.O. auf der Asbacher Höhe für die Ansiedlung im Gespräch. Der Wirtschaftsraum Heilbronn-Franken positioniert sich seit geraumer Zeit als Solar-Region. Die Stadtwerke Schwäbisch-Hall z. B. machen einen nicht unwesentlichen Teil ihres Umsatzes mit erneuerbaren Energien, u. a. betreiben sie ein Windrad. Es ist bekannt: die Wirtschaft geht in die Region, die aufgeschlossen für ihre Technologie ist und die ihre Produkte kauft. Schlechtreden demotiviert die Wirtschaft!
Beispiel Lubmin: Dort wird ein Gas- und Dampfkraftwerk (GuD) gebaut, das höchst effizient Strom und Wärme erzeugt. Das Lubminer Atomkraftwerk wurde gleich nach der Wende als „Dreckschleuder“ stillgelegt. Das GuD-Kraftwerk wird mit seinen 1.200 MW fast viermal so viel Strom erzeugen wie KWO produzierte. Überdies wird die Wärme in Lubmin genutzt, KWO dagegen heizte den Neckar auf. Das GuD-Kraftwerk soll eine halbe Milliarde Euro kosten. Das ist soviel, wie der Bau von KWO und die Nachrüstungen verschlungen haben. Was ist wirtschaftlicher?
Wir Grüne haben den Bau eines GuD-Kraftwerkes immer wieder ins Gespräch gebracht; denn das Aus für KWO war lange Zeit vorher bekannt. In drei Jahren wäre es ohnehin geschlossen worden. Getan wurde im Elzmündungsraum jedoch nichts. Dafür wurden die erneuerbaren Energien und die damit im Zusammenhang stehenden Chancen für die Region schlecht geredet. Das ehemalige AKW Lubmin ist ein Jobmotor geworden ist mit wesentlich mehr Arbeitsplätzen als jemals durch den Betrieb des Atommeilers gebraucht wurden. Dies liegt zum Einen am Rückbau, zum Anderen daran, dass dort die Technologien zur Behandlung von verstrahlten Bauteilen entwickelt und angewendet werden. Dort werden z. B. auch russische Atomboote zerlegt. Den-Kopf-in-den-Sand-Stecken demotiviert die Wirtschaft!
Quo vadis, Neckar-Odenwald-Kreis, mit solchen Unter----Nehmern?
Christine Denz, Mosbach
Christine Böhm, Walldürn
Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen NOK, 30. Mai 2005
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