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Angelika Köster-Lossack
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Kandidatin-Rede anlässlich der Wahl des Landrats des Neckar-Odenwald-Kreises
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gehalten am 17. Juni 2005
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Bevor ich die Fragen zur zukünftigen Entwicklung im NOK beantworte, möchte ich mich Ihnen persönlich vorstellen:
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Mein Name ist Angelika Köster-Loßack, ich bin 58 Jahre alt, seit 1974 verheiratet und habe einen erwachsenen Sohn, der Chemie studiert.
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In Emmerich am Niederrhein bin ich aufgewachsen und in Duisburg zum Gymnasium gegangen.
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Nach dem Abitur 1966 bin ich zum Studium nach Heidelberg gekommen, wo ich in den Jahren bis 1972 Soziologie, Ethnologie, Wirtschafts-und Sozialgeschichte, sowie Indologie am Südasieninstitut der Universität studierte.
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In den politisch bewegten Jahren von 1966 bis 1972 war ich in der Deutsch-Israelischen Studiengruppe aktiv, und damit, insbesondere nach dem Sechs-Tage-Krieg, in heftige Debatten mit palästinensischen, arabischen und deutschen Studierenden verwickelt. Ein erster Vorgeschmack auf die späteren Auseinandersetzungen in Partei und Bundestag.
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Nach meiner Promotion über die Integration jüdischer Einwanderer aus Nordafrika in Israel, ging ich 1972 für ein Jahr nach Israel, um Iwrith zu lernen und im Kibbutz zu arbeiten. Nach meiner Rückkehr begann ich 1974, Soziologie und Ethnologie an der Universität Heidelberg und an der University of Maryland-European Division zu lehren. Ab 1986 lehrte ich auch an der Fachhochschule für Sozialwesen in Mannheim.
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1984 begann mein Einstieg in die Kommunalpolitik,als Gründungsmitglied der GAL-Grün-Alternativen Liste- in Heidelberg. Von 1986 bis 1989 war ich Gemeinderätin in Heidelberg, aktiv in den Bereichen Soziales, Jugendhilfe und Integration der Arbeitsmigranten und Flüchtlinge.
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Ich war auch in den Fraueninitiativen Heidelbergs aktiv.1991 war ich Mitbegründerin und lange Jahre Vorstandsfrau des Internationalen Frauenzentrums, das bis heute eine überregionale, ja bundesweit beachtete Beratungsarbeit für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen und deren Familien leistet.
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Nach der Bundestagswahl 1990 trat ich in die Partei der Grünen ein und wurde im Kreisverband Heidelberg als Vorstandsmitglied aktiv. Die Aufforderung aus meinem Kreisverband , 1994 für die Bundestagsqwahlen anzutreten habe ich gerne angenommen und zog über die Landesliste 1994 in den Bundestag ein.
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Dort habe ich im Europaausschuß und im Ausschuß für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gearbeitet. Für meine Fraktion habe ich auch zwei Jahre in der Enqutekommission “Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ gearbeitet.
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1998 wurde ich erneut nominiert und war bis 2002 als entwicklungspolitische Sprecherin im Ausschuß für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und im ,neugeschaffenen Ausschuß für Menschenrechte aktiv. Außerdem war ich Mitglied der deutschen Delegation für die Internationale Parlamentarierunion, Präsidentin der Deutsch-Indischen Parlamentariergruppe und der Deutsch-Indischen bilateralen Beratungsgruppe,sowie Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.
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Nach der Bundestagswahl 2002, bei der ich als Kandidatin im NOK und MTK nochmals angetreten war, habe ich die Leitung des Südasienbüros der Heinrich-Böll-Stiftung in Lahore, Pakistan übernommen.Die Zuständigkeiten schlossen auch Kabul, Afghanistan und Delhi, Indien mit ein.
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Nach meiner Rückkehr im Februar 2005 bin ich gerne der Aufforderung der grünen Kreistagsfraktion gefolgt, für das Landratsamt anzutreten, damit, im Sinne einer demokratischen Entscheidungsmöglichkeit, eine Wahlalternative gegeben ist. Auch ein Ideenwettstreit um die Zukunftsgestaltung des NOK wurde damit ermöglicht.
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Die zukünftige Entwicklung des NOK wird in erster Linie davon abhängen, welche Perspektiven in Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt, sowie für die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung glaubhaft vermittelt und realisiert werden können.
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In der heutigen Situation werden die Sicherung und die Schaffung neuer zukunftsfähiger Arbeitsplätze als Kernaufgabe gesehen und in den Bereichen Klimaschutz, Umweltschutz, Bildung, Ausbildung, Tourismus und Initiativen für ältere Menschen auch realisierbar.
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Mit der vorhandenen Infrastruktur, der WINO (Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises) und den Wirtschaftsförderern in den einzelnen Gemeinden ist es geboten, die längst begonnene Entwicklung kommunaler und interkommunaler Gewerbegebiete in Zusammenarbeit mit den Innungen, den Handwerkskammern, der IHK und den Unternehmenskreisen voranzubringen.
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Dabei sollten die Erfahrungen der land-und forstwirtschaftlichen Verbände, der Umweltverbände, der Solarvereine, der Maschinenringe und neuer Institutionen wie Z.E.U.S.(Zentrum für Entsorgung und Umwelttechnologien Sansenhecken,Buchen) systematisch miteinbezogen werden. Natürlich müssen auch die Geldinstitute eingebunden sein.
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Das KWO ist nach langer Auseinandersetzung geschlossen und es geht jetzt darum, neue Arbeitsplätze durch die drei großen E’s- Energieeinsparung, Energie-Effizienz und erneuerbare Energien zu schaffen. In den letzten Jahren sind, nach vorsichtigen Schätzungen, allein im NOK 180 Stellen geschaffen worden, möglich gemacht in erster Linie durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
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Diese Entwicklung wurde bisher parteiübergreifend getragen, was bei 140.000 neuen Arbeitsplätzen bundesweit und der wichtigen Funktion für die Exportwirtschaft ja auch vernünftig ist. Beim Klimaschutz kann der NOK durch verstärkte Nutzung von Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie als Vorreiter nicht nur für die Nachbarkreise, sondern für die ganze Region wirken. Um diese Ziele zu verwirklichen, sollen mit Unterstützung des Landkreises die schon vorhandenen Gruppierungen in regelmäßigen Abständen gemeinsame Beratungen durchführen, die auch – im Sinne von „Zukunftswerkstätten“ - die interessierte Öffentlichkeit mitbeteiligen sollen.
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Dazu gehören eine objektive Energieberatung, die Betriebe und Privatleute über die schon vorhandenen Möglichkeiten informieren kann. Zum Beispiel spart Wärmedämmung für Privathäuser Energiekosten und effiziente Heizungen stellen auf erneuerbare Energien, Holz, Sonne und Erdwärme um.
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Damit das funktioniert, bedarf es auch eines Umdenkens in den Bereichen Architektur und Handwerk in Richtung zukunftsfähiges Bauen. Auch die Kreditbedingungen müssen durch Finanzberatungen über die schon vorhandenen Förderprogramme von den Banken transparent gemacht werden.
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Daraus kann ein landkreisspezifisches Förderprogramm entwickelt werden, das dem regionalen Handwerk, dem Mittelstand und den Landwirten zugute kommt, indem es ihnen neue Tätigkeits –und Verdienstfelder erschließt.
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Die Metropolregion “Rhein-Neckar“,für die am 26.Juli der Staatsvertrag unterzeichnet werden wird, soll ab Januar 2006, eine grenzüberschreitende, effizientere Regionalplanung verwirklichen.
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Hierbei sind die Bereiche Wirtschaftsförderung, Standortmarketing, Tourismusleitbild, Verkehrsplanung und Energieversorgung wichtige Eckpunkte. Ein Ziel muß dabei sein, den Landkreis als Standort für Hightech-Betriebe und innovative Dienstleistungen bekannt zu machen und im Zusammenwirken mit den anderen Standorten schon vorhandene Strukturen in Bildung und Ausbildung zu nutzen.
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Es ist denkbar, z. B. in der Berufsakademie eine neue Abteilung „Erneuerbare Energien“ zu schaffen. Vorschläge könnten bei einem Innovationskreis im Landratsamt erarbeitet werden, wobei die Mitwirkung der BürgerInnen in regelmäßigen Abständen sichergestellt werden sollte.
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Die „Metropolregion-Rhein-Neckar“ bietet neue Anreize zur Vernetzuing mit den benachbarten Landkreisen und darüber hinaus. Ein nicht unerheblicher Vortreil liegt dabei auch in der Chance des Zugriffs auf EU-Fördergelder.
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Eine weitere große Chance bietet die Entwicklung des UNESCO-Geoparks, insbesondere für Arbeitsplätze im Tourismus, die Schulbildungsangebote und die Erwachsenenbildung. Die erdgeschichtliche Bedeutung der Region ließe sich auch verbinden mit einem neuen Blick auf die Kultur-und Wirtschaftsgeschichte, die ja schon in vielfältiger Weise durch die kulturellen Aktivitäten des Landkreises thematisiert wird, die aber in der Kooperation aller vorhandenen Bildungseinrichtungen sicher noch vertieft werden könnte.
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In den vergangenen Jahren ist die Alterung unserer Gesellschaft immer sichtbarer geworden. In diesem Zusammenhang sollte aber nicht nur an die Altenpflegeausbildung und –dienstleistungen gedacht werden, sondern auch an mehr Bildungsangebote für ältere Menschen.
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Eine Akademie für Ältere, wie sie seit vielen Jahren erfolgreich im Rahmen der VHS in Heidelberg arbeitet, wäre ein schönes Ziel. Den stark differenzierten Bedürfnissen und Anforderungen der älteren Generation könnte mit einer solchen Einrichtung besser begegnet werden, als mit den klassischen Angeboten. Hier würde eine Vernetzung von VHS und kirchlichen Bildungseinrichtungen wirksam werden.
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Bei den Antworten auf die Frage nach der sozialen Zukunftssicherung ist es notwendig, die Sinnfragen bzw. Glaubensfragen mitzudenken. Der Mensch lebt bekanntlich nicht vom Brot allein und die finanzielle Notlage vieler Menschen ist durch die Auflösung vieler traditioneller Glaubensgewißheiten und Lebensformen nur noch unerträglicher geworden.
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Im NOK ist frühzeitig eine Arbeitsgemeinschaft in der Verantwortung des Landkreises entstanden, deren Geschäftsführung die vielfältigen Erfahrungen im Bereich der Hilfe zur Arbeit bündeln sollte. Zwar ist, bei gleich bleibender Stagnation am Arbeitsmarkt keine grundsätzliche Problemlösung möglich, aber zumindest sollten, mit den von Hartz IV betroffenen BürgerInnen, in Zukunftswerkstätten Vorschläge erarbeitet werden, die auch den Sachverstand der im Landkreis vorhandenen Einrichtungen - Fachschule für Sozialpädagogik, kirchliche Bildungseinrichtungen miteinbeziehen.
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Es ist mein Wunsch,parteiübergreifend im Sinne der Weiterentwicklung des Landkreises mit seinen Bürgerinnen und Bürgern zusammenzuarbeiten.
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Nutzen Sie also Ihre demokratische Entscheidungsmöglichkeit!
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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
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