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Pressemitteilung, 5. 8. 2004

Kein Ende mit den Sicherheitsdefiziten beim AKW Obrigheim!

Wieder macht der Kernkraft-Methusalem Obrigheim mit nachgewiesenen Sicherheitsdefiziten von sich reden. Staatsanwaltschaftlich wurde dieses jetzt in Mosbach bestätigt. Die Beschuldigten haben nach den Revisionen der Jahre 1997 bis 2001 den Betrieb von KWO „fahrlässig ohne erforderliche Genehmigung wesentlich geändert“, indem sie die vorgeschriebene Mindestfüllmenge der Notkühlsysteme mehrfach kurzzeitig unterschritten. Radioaktiver Abfall sollte eingespart werden, sei das Motiv gewesen.

Fünf Jahre wurde gravierend gegen die Sicherheitsbestimmungen verstoßen, was die Verantwortlichen, allen voran die Atomaufsicht im Stuttgarter Ministerium, erst sehr sehr spät merkten. Auch diese Kontrolle versagte also. Es zeigt wieder einmal mehr, dass der „Faktor Mensch“ die Gefährdungen durch die Hochrisiko-Technologie Atomkraft potenziert.

Höchste Zeit, dass KWO entsprechend dem Atomkonsens-Vertrag spätestens im nächsten Jahr abgeschaltet wird! Dann kann die Region aufatmen!

Erstaunlich die Geldauflage von nur 20.000 EURO. Das sind pro Verstoß 5.000 EURO. Zu Lasten der Sicherheit wurde wahrscheinlich mehr Geld eingespart, als nun Buße zu zahlen ist.

Das Standortbüro Obrigheim wird unter Federführung des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen Neckar-Odenwald die Vorgänge um Obrigheim sorgfältig beobachten, den Abschaltprozess kritisch begleiten und die Öffentlichkeit informieren.

5. 8. 2004

Christine Denz, Mosbach, Kreisvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen