Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neckar-Odenwald

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Presse 2007

 

Pressemitteilung, 12. 7. 2007

Strategiesitzung des Kreisvorstands in Diedesheim

 

Die Kreistagsfraktion der Grünen traf sich mit dem Grünen Kreisvorstand zu einer gemeinsamen Strategiesitzung in der „Krone“ in Mosbach-Diedesheim, dem schon traditionell gewordenen Ort, wenn es um Energiefragen geht. Kreisvorsitzende und Kreisrätin Christine Denz, Mosbach, fasste die neuesten hart erarbeiteten Klimaschutz-Entwicklungen im Kreis zusammen: „Der Wind hat sich gedreht!“ Die beharrliche Überzeugungs- und Öffentlichkeitsarbeit trage die ersten großen Früchte. Die neu zu schaffende Energieagentur Neckar-Odenwald sei ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg, den Landkreis „klimaschutztauglich“ und zukunftsfest zu profilieren. Die Agentur soll in klassischem Sinn Vermittler zwischen der Bevölkerung, den Kommungen, den Betrieben und den Bedrängungen des Klimaschutzes sein; soll also beraten, informieren und fördern.

 

Weiter ging es mit den Überlegungen zu einer langfristigen Klimaschutz-Strategie. Dem ersten Schritt müssten rasch weitere folgen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren. Zahlreiche Unwetter, (nicht nur betagte) Hitzetote, unermessliche finanzielle Schäden und Veränderungen in der Vegetation und der Landschaft sitzen uns im Nacken“, fasste Kreisvorsitzende Christine Böhm, Walldürn, die allgemein bewusste Situation zusammen. Jeder müsse an seinem Ort einen konstruktiven Beitrag leisten. Was lokal verschwendet worden sei, könne auch lokal „umgedreht“ werden. Die informierte Bevölkerung erwarte zu Recht Vorschläge zu gangbaren Wegen. Wie könnten diese im NOK aussehen? Welches Potenzial haben wir? Schauen wir uns um: kein Standort für ein Kohlekraftwerk. Kein Standort für ein Atomkraftwerk. Aber die Regenerativen im Energiemix: Sonne, Wind, Wasser und Biomasse! Das aber können wir mit den Erneuerbaren nicht schaffen, wenn es bei unserem Energiehunger bleibt. Das Gebot der nächsten Jahrzehnte heißt Energie-Einsparen und Energieeffizienz. Und als drittes kommt das menschliche „Potenzial“ hinzu. Die Bevölkerung ist im NOK in großen Teilen jetzt schon aufgeschlossen und fortschrittlich. Die Karten seien also gut.

 

Die wirtschaftliche Bedeutsamkeit fasste Gabi Metzger, Dallau, Vorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion, in einem Bild zusammen: „Nutzen wir die Erkenntnisse, setzen wir sie auch in Arbeitsplätze, in Euro und Cent um. Das Geld, das wir jetzt noch für Öl, Gas, Kohle usw. ausgeben, fließt dann nicht mehr zu Ölscheichs oder russischen Oligarchen, sondern bleibt hier. Das abstrakte Wort ‚regionale Wertschöpfung’ entpuppt sich als Arbeitsplätze im altbau-sanierenden Handwerk, in der energieliefernden Landwirtschaft, in Dienstleistungen für Energie-Effizienz.“ Eine Zahl könne das verdeutlichen: Im Jahr 2005 gab jeder Bundesbürger im Schnitt mehr als 1.000 Euro für Strom, Wärme und Treibstoff aus. Bleibe dieses Geld im Kreis und im eigenen Portemonnaie, seien das bei den 150.000 Einwohnern jährlich 150 Millionen Euro mehr Kaufkraft.

Auf andere Landkreise verwies Kreisrätin Erna Schmidt, Billigheim. Das CSU-dominierte Traunstein, ebenso der bayerische Landkreis Fürstenfeldbruck, der andersfarbige Landkreis Konstanz und das rheinland-pfälzische Landau hätten bereits Masterpläne aufgestellt mit konkreten Zielvorgaben für ihre komplette Energieautarkie.

„Unsere Richtung ist Halbierung des Energiehungers im NOK, die andere Hälfte liefern die Erneuerbaren.“ Ob seiner immer wieder beklagten Strukturschwäche müsse der Landkreis dann nicht erröten, ja, mit den neuen Chancen ergrünt er.