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03Jun

Berliner Notizen Mai 2020 – Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdB

Liebe Freund*innen,

bun­des­weit ein­heit­liche Leit­planken in der Corona-Krise waren ges­tern, in nächster Zukunft geht jedes Bun­des­land die Anpas­sung von Ein­schrän­kungen und Locke­rungen im Allein­gang an. Ich halte das für pro­ble­ma­tisch. Natür­lich müssen regional unter­schied­liche Anpas­sungen auf­grund unter­schied­li­cher Infek­ti­ons­ge­schehen mög­lich sein, aber das darf nicht in will­kür­liche Ein­zel­gänge münden. Wir kommen nur gemeinsam aus der Krise. Und gemeinsam sollten wir jetzt die Aus­nah­me­si­tua­tion infolge der Corona-Krise nutzen, um Deutsch­land und Europa für die großen Her­aus­for­de­rungen der Zukunft besser auf­zu­stellen. Ob Kli­ma­schutz, Digi­ta­li­sie­rung oder Gesund­heits­ver­sor­gung, ob Gleich­stel­lung oder euro­päi­sche Solidarität–die Corona-Krise zeigt uns, wo wir Nach­hol­be­darf haben, aber auch, was dank gemein­samer Anstren­gungen mög­lich ist. Die Corona-Krise bietet uns die Mög­lich­keit, alte Gewiss­heiten zu hin­ter­fragen und jetzt schon die Wei­chen für eine sozial-öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­tion nach Corona zu stellen.

Um genau dies zu tun und weil große Her­aus­for­de­rungen vor uns liegen, hat die grüne Bun­des­tags­frak­tion den „Grünen Zukunfts­pakt“ prä­sen­tiert. Keine klas­si­schen Kon­junk­tur­pro­gramme, die das Alte restau­rieren, son­dern Inves­ti­tionen in eine soziale und öko­lo­gi­sche Wirt­schafts­wende und in den Zusam­men­halt unserer Gesell­schaft. Damit wollen wir die Wei­chen zu nach­hal­tigem Wohl­stand, zu einem neuen sozialen Sicher­heits­ver­spre­chen und zu mehr euro­päi­schen Zusam­men­halt und mehr inter­na­tio­naler Soli­da­rität stellen. Wir wollen eine kli­ma­neu­trale Wirt­schaft, die Klima und Natur schützt und zu 100 Pro­zent mit erneu­er­baren Ener­gien ange­trieben wird.

Wir müssen die­je­nigen stärken, die Hilfe brau­chen. Frauen trifft die Corona-Krise dop­pelt hart: Sie arbeiten über­wie­gend in den soge­nannten sys­tem­re­le­vanten Bran­chen vom Kran­ken­haus bis zu den Super­märkten, werden dabei schlechter bezahlt und geben ihre Jobs eher auf, weil sie bei geschlos­senen Kitas und Schulen wieder den Groß­teil der Betreu­ungs­ar­beit über­nehmen. Für sie wollen wir die Wei­chen so stellen, dass sich struk­tu­rell etwas ver­än­dert – weit über die Corona – Zeit hinaus.

Die Kin­der­kom­mis­sion, der ich im Bun­destag ange­höre, hat ange­mahnt, die Bedürf­nisse und die in der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­tion ver­brieften Rechte von Kin­dern in der Corona-Pan­demie nicht aus dem Blick zu ver­lieren. Kinder haben einen Anspruch auf soziale Kon­takte, früh­kind­liche und schu­li­sche Bil­dung. Fami­lien mit Kin­dern sind beson­ders belastet. Noch stärker gilt das für Allein­er­zie­hende. Apropos Familie: Zum Inter­na­tio­nalen Tag der Familie am 13. Mai habe ich ein paar Bot­schaften zusam­men­ge­fasst, die mir in diesem Zusam­men­hang wichtig sind. Das Motto: Familie ist bunt – und das wollen wir schützen! Das Papier findet Ihr auf meiner Inter­net­seite unter diesem Link: https://www.charlotte-schneidewind.de/617-2/.

Mit grünen Grüßen aus Berlin

Eure Char­lotte

 

veröffentlicht am 03.06.2020