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07Mai

Reisegutscheine: Verbraucherschutz muss auch in der Coronakrise gelten – Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdB

Obwohl die EU-Kom­mis­sion die Gut­schein­lö­sung als Ent­schä­di­gung für aus­ge­fal­lene Reisen in der Coro­na­krise ablehnt, hat die Bun­des­re­gie­rung diese umstrit­tene Idee noch nicht auf­ge­geben. „Zwar haben sich ver­schie­dene Ver­tre­te­rinnen und Ver­treter der Koali­ti­ons­par­teien mitt­ler­weile für eine Abkehr von diesen Plänen aus­ge­spro­chen, doch die Bun­des­re­gie­rung zögert offen­sicht­lich noch, das Aus zu ver­künden“, erklärte die grüne Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel.

„Anstatt die Inter­essen der Ver­brau­che­rinnen und Ver­brau­cher zu schützen, sendet die Regie­rung ein fatales Signal.“, sagte die Ver­tre­terin des Bun­des­tags­wahl­kreises Oden­wald-Tauber. „Die Aus­brei­tung von Covid-19 hat nicht nur schwer­wie­gende Folgen für die Rei­se­un­ter­nehmen, auch viele Ver­brau­che­rinnen und Ver­brau­cher bli­cken unsi­cher in die Zukunft – und der Bun­des­re­gie­rung fällt trotzdem nichts Bes­seres als Zwangs­gut­scheine für gebuchte und aus­ge­fal­lene Reisen ein. Das wären Zwangs­kre­dite zugunsten der Rei­se­branche.“

Schnei­de­wind-Hart­nagel for­derte einen Kurs­wechsel zugunsten eines Rei­se­si­che­rungs­fonds, um die Unter­nehmen in der Krise liquide zu halten. „Eine Lösung, die nicht zulasten von Ver­brau­che­rinnen und Ver­brau­chern geht, wäre auch ein wich­tiges Signal, dass die Politik nicht nur an die Wirt­schaft, son­dern auch an die Men­schen denkt. Ver­brau­cher­schutz muss auch in der Coro­na­krise gelten.“ Sie for­derte die Bun­des­re­gie­rung auf, den Schutz von Ver­brau­che­rinnen und Ver­brau­chern ernster zu nehmen: „Beim Ver­brau­cher­schutz geht es auch um Ver­trauen – das Ver­trauen der Bür­ge­rinnen und Bürger in unser poli­ti­sches System. Dieses Ver­trauen darf nicht wegen anderer Inter­essen ver­spielt werden.“

veröffentlicht am 07.05.2020