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13Aug

Schottergärten rückbauen – die Grüne Liste Aglasterhausen setzt auf Gespräche der Gemeindeverwaltung mit den Bürgerinnen und Bürgern

In der Gemein­de­rats­sit­zung vom 11. August 2020 hat die grüne Gemein­de­rats­frak­tion (Grüne Liste) bean­tragt, dass die Gemeinde Aglas­ter­hausen in Zusam­men­ar­beit mit der Bau­ge­neh­mi­gungs­be­hörde dafür sorgt, dass Schot­ter­gärten, die erst dieses Jahr ange­legt wurden unver­züg­lich zurück gebaut werden.

Dar­über hinaus bean­tragten sie, dass mit allen Schot­ter­gär­ten­in­ha­bern pro­aktiv über den Rückbau ihrer „Gar­ten­an­lage“ gespro­chen wird und sie über­zeugt werden sollen, selbst­tätig die „Stei­ni­gung ihrer Gärten“ wieder auf­zu­heben und diese naturnah aus­zu­ge­stalten. Die vier­köp­fige Gemein­de­rats­frak­tion mit Arno Meuter, Birgit Schwarz, Dr. Uwe Graser und Simone Heitz wurden im Nach­gang des vom Landtag von Baden-Würt­tem­berg hat am 22.07.2020 beschlos­senen neuen Natur­schutz- und Land­wirt­schafts­ge­setz oft auf beson­ders „schlimme Gärten des Grauens“ ange­spro­chen. Die Men­schen würden wissen wollen, ob rück­ge­baut werden muss, wer das denn durch­setzt. Die zweit­stärkste Frak­tion im Aglas­ter­hau­sener Gemein­derat hat die Rechts­lage recher­chiert. Schot­ter­gärten seien schon seit 1995 auf­grund der Vor­schriften der Lan­des­bau­ord­nung (LBO) nicht zulässig. Im neuen Natur­schutz­ge­setz werde das noch deut­li­cher , hier wären explizit sind die soge­nannten Schot­ter­gärten ver­boten. Der § 21a S. 2 NatSchG regelt: „Schot­te­rungen zur Gestal­tung von pri­vaten Gärten sind grund­sätz­lich keine andere zuläs­sige Ver­wen­dung im Sinne des § 9 Abs. 1 S. 1 LBO. Gar­ten­flä­chen sollen ferner was­ser­auf­nah­me­fähig belassen oder her­ge­stellt werden.“ Die Grünen im Gemein­derat Aglas­ter­hausen bedauern, dass die Unsitte „Gärten zu stei­nigen“ zum Leid­wesen der Insek­ten­welt immer stärker in Mode kam. Sie beför­dere den Arten­schwund. Um es mit Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann zu sagen: „Dass Insekten keine Steine fressen können, dürfte ein­sehbar sein“. Da für Alt­fälle ver­mut­lich nur ein Rechts­streit klären kann, inwie­weit rück­ge­baut werden muss, setzt die Grüne Liste auf Gespräche. Rechts­strei­tig­keiten seien lang­wierig und so die Frak­ti­ons­vor­sit­zende „wir haben aber kaum Zeit um dem Arten­schwund ein­zu­dämmen“, jede Minute zähle. Daher bean­tragte die Grüne Liste in der Gemein­de­rats­sit­zung letzten Dienstag, am 11.08.2020, dass die Gemein­de­ver­wal­tung auf alle Schot­ter­gär­ten­in­haber pro­aktiv zugeht und sie über­zeugt selbst­tätig die „Stei­ni­gung ihrer Gärten“ wieder auf­zu­heben und diese naturnah aus­zu­ge­stalten. Schot­ter­gärten seien oft ange­legt worden um sich ver­meint­lich Arbeit zu sparen. In der Rea­lität seien diese Schot­ter­wüsten aber pfle­ge­in­ten­siver als natur­nahe Gärten.

Zur Wer­bung für insek­ten­freund­liche Gärten emp­fahlen sie Mate­rial der Lan­des­na­tur­schutz­ver­bände, des NABU und die von einer Bür­gerin bei einem Gespräch über Schot­ter­gärten emp­foh­lene BUND Bro­schüre „Gefähr­dete Wild­bienen NISTHILFEN BAUEN UND LEBENSRÄUME SCHAFFEN“

Für Schot­ter­gärten, die dieses Jahr, als überall über die Ände­rung des Natur- und Land­wirt­schafts­ge­setz gespro­chen wurde, als Pro-Biene und grüne Kreuze auf den Fel­dern bereits mahnten, noch ange­legt wurden, hat die Grüne Liste kein Ver­ständnis, diese sind zurück­zu­bauen, Ersatz­vor­nahme sei mög­lich.

PDF Antrag: 2020_08_12 Antrag Schot­ter­gärten rück­bauen- Grüne Liste Gemein­derat Aglas­ter­hausen

PDF Rück­baupflicht: Schot­ter­gärten-Rück­baupflicht

PDF Nist­hilfen bauen und Lebens­räume schaffen: wildbienen_nisthilfen_auflage_8_klein

veröffentlicht am 13.08.2020