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28Okt

Leserbrief: DHBW

In den letzten Tagen hätte man leicht den Ein­druck gewinnen können, die DHBW Mos­bach stehe kurz vor dem Zusam­men­bruch. Dieser ideo­lo­gi­sche Alar­mismus ist jedoch fehl am Platz. Die DHBW Mos­bach leistet in For­schung und Lehre Her­vor­ra­gendes, wir Grüne im Neckar-Oden­wald-Kreis wissen das und stehen voll hinter ihr. Anschei­nend sind wir aber als ein­zige poli­ti­sche Ver­ei­ni­gung sicher, dass unsere Duale Hoch­schule durch qua­li­tativ hoch­wer­tige Aus­bil­dung ihre Unter­neh­mens­partner wei­terhin davon über­zeugen wird, Stu­die­rende nach Mos­bach zu bringen. Keine Illu­sionen sollten man sich aber dar­über machen, dass der Standort Mos­bach mit der Finan­zie­rungs­macht von mil­li­ar­den­schweren Finan­ziers anderswo nicht wird mit­halten können. Sollten diese zu der Über­zeu­gung gelangen, dass die Kon­kur­renz­schutz­klausel für die Ent­wick­lung des Stand­orts Heil­bronn hin­der­lich ist, werden sie pri­vate Hoch­schulen ins Leben rufen. Was pas­siert, wenn Herr Schwarz im Hin­blick auf das staat­liche Hoch­schul­wesen zu ganz eigenen Auf­fas­sungen gelangt, können wir heute in Gestalt des Heil­bronner „Bil­dungs­campus“ bestaunen. Wir Grüne wollen Hoch­schulen, die in der Demo­kratie von Pri­vat­in­ter­essen unbe­ein­flusst vom Staat ent­wi­ckelt und getragen werden. Super­reiche sollten sich durch ihren nach Leis­tungs­fä­hig­keit ange­mes­senen Bei­trag am Steu­er­auf­kommen an der Finan­zie­rung des Hoch­schul­we­sens betei­ligen. Ange­sichts der unauf­halt­samen Digi­ta­li­sie­rungs­welle in der Berufs- und Aus­bil­dungs­welt müsste eigent­lich allen Betei­ligten klar sein, dass eine starre Schutz­klausel auf Dauer keinen Schutz bietet, son­dern zu einem Damm­bruch in Rich­tung Pri­va­ti­sie­rung von Hoch­schul­bil­dung führen wird. Wir hin­gegen setzen darauf, dass Leh­rende und Stu­die­rende in Mos­bach beim Qua­li­täts­wett­kampf der Köpfe mit jeder anderen DHBW mit­halten können, denn nur so werden in Zukunft Stand­orte gesi­chert. Es geht um Spe­zia­li­sie­rung und Unter­scheid­bar­keit von Stand­orten in der­selben Region, nicht darum, sich gegen­seitig die Stu­die­renden abzu­jagen. Wahl­tak­ti­sche Scharf­ma­cherei, dog­ma­ti­sche Wort­wahl und par­tei­po­li­ti­sche Instru­men­ta­li­sie­rung vor den anste­henden Gesprä­chen schaden der DHBW Mos­bach. Starre Ver­bote sind nicht die Sache von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, wir setzen aufs Gestalten von ent­wick­lungs- und zukunfts­fä­higen Lösungen.

Andreas Klaffke, Mos­bach, Kreis­vor­sit­zender BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im NOK

veröffentlicht am 28.10.2019