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18Sep

Leserbrief: „Energie-w-ende“

Leser­brief zum Bericht RNZ-Wahl­forum: Wer hat das beste Kon­zept für die Region?

Man könnte herz­haft dar­über lachen – wenn es nicht so ernst wäre: „Die Ener­gie­wende ist schwarz-gelb“ wird der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete A. Gerig in der Mos­ba­cher Aus­gabe der RNZ vom 13. 9. kom­men­tarlos zitiert. Richtig ist leider das Gegen­teil. Umwelt(!)minister Alt­maier ver­schreckt die Bevöl­ke­rung mit nach­weis­lich fal­schen Zahlen über die Kosten der Ener­gie­wende. Wirtschafts(!)minister Rösler setzt seit Anfang 2012 galop­pie­rende Kür­zungen bei der Ver­gü­tung von Solar­strom­an­lagen durch und sorgt im Gefolge für mas­sen­hafte Insol­venzen von Solar­be­trieben, auch bei uns im Neckar-Oden­wald-Kreis! Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit sieht anders aus. Unter­stützt werden sie von den finanz­starken Lob­bies der fossil-ato­maren Indus­trien.

Die Merkel-Regie­rung hat nichts für kor­ri­gie­rende Stell­schrauben beim EEG getan, um die Strom­preise für uns End­ver­brau­cher im Zaum zu halten. Zwei Bei­spiele aus diesem kom­plexen Bereich: Nied­rige Bör­sen­strom­preise müssen von den Ener­gie­un­ter­nehmen nicht an uns weiter gegeben werden, aber diese pro­fi­tieren; der gemit­telte Markt­preis beträgt der­zeit ca. 3 bis 4 ct/kWh. Die Ent­las­tungen der Indus­trie bei der EEG-Umlage steigen auch in 2014 noch­mals dra­ma­tisch an, trotz manch feh­lender Berech­ti­gung. Wir aber zahlen den vollen Preis.

Den­noch ist das nicht das Haupt­pro­blem bei den pri­vaten Auf­wen­dungen für Energie. Die Kosten für Mobi­lität (Benzin) und Raum­wärme (Gas, Heizöl) stellen absolut die grö­ßeren Posten dar. Dazu schweigt die Bun­des­re­gie­rung und tut nichts.

Das EEG brau­chen wir wei­terhin zur Absi­che­rung der Ener­gie­wende. Gerade wir Pri­vat­leute hier im Neckar-Oden­wald-Kreis und ins­be­son­dere der Verein S.U.N. als Impuls­geber haben – im Übrigen lange bevor der Landrat auf den Zug auf­sprang – in über 6.000 Anlagen mit erneu­er­baren Ener­gien (bun­des­weit über 1,4 Mio) inves­tiert. Damit auch Arbeits­plätze und den Mit­tel­stand gestärkt. Die Ener­gie­wende ist ein Genera­tio­nen­pro­jekt und Grund­lage für den Kli­ma­schutz. Sie darf nicht zur „Energie-w-ende“ werden!

Chris­tine Denz, S.U.N.-Vorsitzende

veröffentlicht am 18.09.2013 mit den Schlagwörtern ,