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23Jun

Bedingungen in der Fleischproduktion: Wir können alle etwas tun! – Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdB

Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel (Bündnis 90/Die Grünen) ruft ange­sichts Miss­stände in der Fleisch­pro­duk­tion dazu auf, beim Fleisch­konsum auf regio­nale und bio­lo­gi­sche Pro­dukte zu setzen.

„Bil­lig­fleisch nutzt nur den Fleisch­ba­ronen –und sonst nie­mandem“, erklärte die Abge­ord­nete für den Wahl­kreis Oden­wald-Tauber am Montag. „Küken­schred­dern, Gam­mel­döner, Pfer­de­la­sagne: Die Aus­brei­tung des Corona-Virus bei Tön­nies ist nur der vor­erst letzte einer langen Reihe von Skan­dalen in der Fleisch­branche. Wir können alle etwas gegen diese Skan­dale tun! Indem wir auf Fleisch aus der Region –und am besten aus bio­lo­gi­scher Pro­duk­tion –zurück­greifen.“

Schnei­de­wind-Hart­nagel ergänzte, dass neben der Ver­ant­wor­tung, die alle selbst über­nehmen könnten, auch die Bun­des­re­gie­rung ihren Teil leisten müsse: „Die Bun­des­re­gie­rung muss end­lich ein staat­li­ches und ver­bind­li­ches Tier­wohl­label auf den Weg bringen, Ver­brau­che­rinnen und Ver­brau­cher in die Lage ver­setzen, Pro­dukte tat­säch­lich zu beur­teilen, und dafür sorgen, dass sie sich qua­li­tativ höher­wer­tige Pro­dukte auch leisten können.“

Die Pro­bleme fangen der Sozi­al­po­li­ti­kerin zufolge in der indus­tri­ellen Mas­sen­tier­hal­tung an und ziehen sich über die Fleisch­pro­duk­tion bis in den Konsum. „Die Mas­sen­tier­hal­tungen beför­dert für den Men­schen gefähr­liche Anti­bio­tika­re­sis­tenzen, die Arbeits­be­din­gungen in der Fleisch­in­dus­trie gefähr­dendie Gesund­heit der Beschäf­tigten, die stän­dige Ver­füg­bar­keit von Bil­lig­fleisch befeuert den Kli­ma­wandel –wir alle müssen unseren Teil dazu leisten, denn am Ende liegt es daran, was wir kaufen.“

„Als Ein­zel­per­sonen müssen wir uns fragen, ob es jeden Tag Fleisch sein muss. Als Gesell­schaft müssen wir die soziale Frage lösen, wie wir allen Men­schen Zugang zu gesunden und nach­haltig pro­du­zierten Lebens­mit­teln ermög­li­chen.“

veröffentlicht am 23.06.2020