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24Jun

@charlotte – Mit dem grünen Zukunftspakt aus der Krise – Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdB

„Die Mög­lich­keit, alte Gewiss­heiten zu hin­ter­fragen“
Corona hat vieles ver­än­dert. Dis­kus­sionen laufen anders – oft­mals online anstatt von Ange­sicht zu Ange­sicht. Und es ergibt sich die Gele­gen­heit inne­zu­halten und über Ziel­set­zungen nach­zu­denken. Einen Ansatz dafür hat die Grüne Bun­des­tags­frak­tion mit ihrem „Grünen Zukunfts­pakt“ vor­ge­legt. Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel prä­sen­tierte diesen nun Grünen-Mit­glie­dern in ihrem Wahl­kreis Oden­wald-Tauber – erst­mals via @charlotte, ihrer neuen Online-Ver­an­stal­tungs­reihe.

Schnei­de­wind-Hart­nagel begrüßte die Teilnehmer*innen mit der Ankün­di­gung, ihre Frak­tion wolle die Aus­nah­me­si­tua­tion wegen der Corona-Krise nutzen, um Deutsch­land und Europa besser für die großen Her­aus­for­de­rungen der Zukunft auf­zu­stellen.

„Ob Kli­ma­schutz oder Digi­ta­li­sie­rung, ob Gleich­stel­lung oder euro­päi­sche Soli­da­rität – die Corona-Krise zeigt uns, wo wir Nach­hol­be­darf haben, aber auch, was dank gemein­samer Anstren­gungen mög­lich ist“, sagte sie. „Die Corona-Krise bietet uns die Mög­lich­keit, alte Gewiss­heiten zu hin­ter­fragen.“

Corona-Folgen und immense Zukunfts­her­aus­for­de­rungen
Klas­si­sche Kon­junk­tur­pro­gramme? Diese sind nach Ein­schät­zung der grünen Frak­tion nicht mehr zeit­gemäß und helfen ange­sichts der sozialen und wirt­schaft­li­chen Folgen der Corona-Krise und der gleich­zeitig immensen Zukunfts­her­aus­for­de­rungen nicht weiter.

„Im welt­weiten Ver­gleich ist Deutsch­land zwar relativ glimpf­lich davon­ge­kommen, aber es liegen rie­sige Auf­gaben vor uns“, erklärte Schnei­de­wind-Hart­nagel. „Aus dieser Krise kommen wir nicht mit klas­si­schen Kon­junk­tur­pro­grammen, die das Alte restau­rieren, son­dern indem wir in eine soziale und öko­lo­gi­sche Wirt­schafts­wende und in den Zusam­men­halt unserer Gesell­schaft inves­tieren.“

Ziel: Nach­hal­tiger Wohl­stand
Deutsch­land soll nicht nur als Wirt­schafts-, son­dern auch als Wis­sen­schafts­standort gestärkt werden. Statt sich gegen­über den Nach­barn abzu­schotten, müsse das Land sich um die Ver­bes­se­rung des euro­päi­schen Zusam­men­halts und der inter­na­tio­nalen Soli­da­rität bemühen. Das zen­trale Ziel der Grünen im Bun­destag sei ein nach­hal­tiger Wohl­stand.

Die Grünen streben mit dem Zukunfts­pakt eine kli­ma­neu­trale Wirt­schaft an. Die Grenzen des glo­balen Öko­sys­tems sollen geachtet werden. Wirt­schaften und der Schutz von Klima und Natur dürften nicht mehr im Wider­spruch zuein­ander stehen. Eine Kreis­lauf­wirt­schaft müsse Abfälle ver­meiden, den Raubbau an Res­sourcen beenden, Roh­stoffe immer wieder neu ver­wenden, auf repa­ra­tur­freund­liche Pro­dukte setzen und zu 100 Pro­zent mit erneu­er­baren Ener­gien ange­trieben werden.

Mit­glieder des Kreis­ver­bandes lobten den Schritt, dass der Kauf von Autos mit kli­ma­freund­li­chen Antrieben beson­ders geför­dert werde.

Gesell­schaft­liche Viel­falt und Gleich­stel­lung för­dern
Schnei­de­wind-Hart­nagel unter­strich, dass es beim Grünen Zukunfts­pakt um mehr gehe, als um wirt­schaft­liche Fragen. So träfen die Corona-Folgen gerade Frauen mit dop­pelter Härte. Einer­seits leis­teten sie den Groß­teil der soge­nannten sys­tem­re­le­vanten Arbeiten, vom Kran­ken­haus bis zur Super­markt­kasse, und würden dabei schlechter bezahlt. Ande­rer­seits gäben sie ihre Jobs eher auf, weil sie bei geschlos­senen Kitas und Schulen wieder den Groß­teil der Betreu­ungs­ar­beit über­nähmen.

Schnei­de­wind-Hart­nagel: „Wir wollen wir die Wei­chen so stellen, dass sich struk­tu­rell etwas ver­än­dert – weit über die Corona-Zeit hinaus. Wir wollen lang­fristig gesell­schaft­liche Viel­falt und Gleich­stel­lung stärken.“

veröffentlicht am 24.06.2020