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04Aug

Systemrelevante Arbeit muss fortgeführt werden – Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdB

Seit Jahr­zehnten begleitet das „Gesund­heits­zen­trum an der Höhle“ als Mutter-/Vater-Kind-Klinik in Buchen-Eber­stadt über- und mehr­fach belas­tete Fami­lien mit beson­deren Bedarfen. Sie finden dort Ent­las­tung, neue Impulse und Unter­stüt­zung für ihre Gesund­heit und ihre indi­vi­du­elle Fami­li­en­si­tua­tion. Rund 110 Erwach­sene mit ein oder meh­reren Kin­dern können dort in 110 Wohn­ein­heiten unter­ge­bracht werden.

130 Mit­ar­bei­tende aus der Region halten den Betrieb am Laufen, berichtet der Stell­ver­tre­tende Geschäfts­führer Steffen Kreß der Fami­li­en­po­li­ti­kerin Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel bei ihrem Besuch der Ein­rich­tung in ihrem Wahl­kreis Oden­wald-Tauber. Ein enga­giertes und beherztes Team hat es über die Jahre geschafft dem Wett­be­werb im Gesund­heits­system ohne Qua­li­täts­ein­bußen Stand zu halten – bis zum Lock­down und der Schlie­ßung der Ein­rich­tung am 25. März diesen Jahres.

Kreß wandte sich zu Beginn der Krise mit der Bitte um Unter­stüt­zung an Schnei­de­wind-Hart­nagel, die Mit­glied im Fami­li­en­aus­schuss des Bun­des­tages ist. Eine Schlie­ßung der Ein­rich­tung ohne finan­zi­elle Hilfen wäre das Aus gewesen, so Kreß. Wenn auch ver­spätet kamen bun­des­weit die Mutter-/Vater-Kind-Kli­niken dann doch noch unter den Ret­tungs­schirm – der bis zum 30. Sep­tember gespannt sein wird.

Der Ret­tungs­schirm sieht eine Kos­ten­über­nahme für nicht belegte Zimmer von 60 Pro­zent vor. In Kom­bi­na­tion mit der Mit­ar­bei­ter­kurz­ar­beit konnte die Krise bis jetzt bewäl­tigt werden. „Damit kommen wir aktuell so eini­ger­maßen über die Runden – vielen wird keine Hilfe zu teil, wir wollen nicht klagen und sind dankbar“, stellt Kreß fest.

Den­noch blickt die Kli­nik­lei­tung mit Sorge auf den 1. Oktober, der Tag an dem sich der Ret­tungs­schirm schließt.

Die Umset­zung des Infek­ti­ons­schutzes seit der Wie­der­öff­nung Anfang Juli, bringt den Betrieb durch den damit ver­bun­denen Mehr­auf­wand und die redu­zierte Bele­gung bereits jetzt an die Belas­tungs­grenze. Stei­gende Infek­ti­ons­zahlen sorgen für dras­ti­sche Maß­nahmen beim Auf­treten von unter Kin­dern kur­sie­renden „Weh­weh­chen“ wie Schnupfen, Husten oder Magen-Darm-Erkran­kungen. „Ein Kind mit Erkäl­tungs­sym­ptomen muss mit seiner gesamten Familie erst einmal in Qua­ran­täne oder abreisen, das Zimmer können wir dann wegen des zykli­schen Kur­durch­laufs nicht neu belegen. Des­halb brau­chen wir auch wei­terhin finan­zi­elle Hilfe“, erklärt Kreß.

„Ver­läss­liche Hilfen für Fami­lien mit beson­deren Bedarfen müssen auch unter Corona-Bedin­gungen weiter zur Ver­fü­gung stehen. Dazu gehören auch die Ein­rich­tungen für Mutter-/Vater-Kind-Kuren“, so Schnei­de­wind-Hart­nagel. „Über 30% der Mütter, die in diesem Gesund­heits­zen­trum mit ihren Kin­dern betreut werden sind Allein­er­zie­hende. Ihr hohes Auf­ga­ben­pensum und ihre häufig schwie­rige finan­zi­elle Situa­tion führen nicht zuletzt auch zu höheren gesund­heit­li­chen Belas­tungen. Zum Wohl der Eltern und der Kinder müssen wir alle Fami­li­en­formen glei­cher­maßen im Blick behalten und pas­sende Gesund­heits- und Prä­ven­ti­ons­an­ge­bote zur Ver­fü­gung stellen.“

„Das Gesund­heits­zen­trum hier in Buchen-Eber­stadt und seine Mit­ar­bei­tenden sind sys­tem­re­le­vant, weil sie dazu bei­tragen beson­ders belas­teten Fami­lien Unter­stüt­zung und Ent­las­tung zu geben. Und wenn es den Eltern gut geht, geht es auch den Kin­dern gut“ – und genau das will Schnei­de­wind-Hart­nagel, die auch Mit­glied der Kin­der­kom­mis­sion ist, weiter gesi­chert wissen und sich in Berlin für eine Fort­set­zung der staat­li­chen Hilfen ein­setzen.

veröffentlicht am 04.08.2020