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06Aug

Photovoltaik als „Königin der erneuerbaren Energien“

Erhard Renz von Metro­pol­Solar Rhein-Neckar e.V. wirbt für Strom­aut­arkie

Es war wie mit dem reich­haltig flie­ßenden Son­nen­strom in diesen Tagen – der Eier­mann-Saal in Buchen quoll fast über von dann 60 Men­schen, die den Vor­trag von „Son­nen­flüs­terer“ Renz über „Pho­to­vol­taik – Aktu­elles und Re-Powering“ hörten, nach­fragten und auch noch lange nach der Ver­an­stal­tung kräftig dis­ku­tierten. Renz sprach über die kli­ma­tisch „sau­bere“ Pho­to­vol­taik als „Königin der erneu­er­baren Ener­gien“, die der­zei­tigen Modul­preise und die Solar­ver­gü­tungen sowie – im zweiten Teil – über seine ersten Schritte mit dem Aus­tausch der Solar­an­lage in Kom­bi­na­tion mit einer Spei­cher­bat­terie im Keller.BMürgermeister Roland Burger betonte in seinem Gruß­wort die Viel­zahl an Anlagen auf Buchens Dächern und im Neckar-Oden­wald-Kreis und hob die Bür­ger­be­tei­li­gung hervor. S.U.N.-Vorsitzende Chris­tine Denz, gleich­zeitig im Fach­beirat von Metro­pol­Solar Rhein-Neckar e.V. und Lei­terin der Ver­an­stal­tung, beschrieb das „Netz­werk für 100% Erneu­er­bare Ener­gien“ als unab­hängig und nicht auf Gewinn­ma­xi­mie­rung aus­ge­richtet mit einer Mischung aus Ehren­amt­li­chen und Haupt­amt­li­chen.

Erhard Renz rief zum Mit­ma­chen bei der Ener­gie­wende auf, die alle Kräfte erfor­dere. „Wir können es tech­nisch in den Griff kriegen“, war er sicher. Höchstes Ziel sei es, den Kli­ma­wandel ein­zu­dämmen, Res­sourcen ein­zu­sparen und unab­hängig von impor­tierten fos­silen Brenn­stoffen zu werden. Nicht alle hätten Inter­esse an einer bür­ger­nahen Ener­gie­wende; die „großen vier Ener­gie­riesen“ kochten mit ihren Lobbys ihr eigenes Süpp­chen. Im Fol­genden ver­glich Renz die Ren­ta­bi­lität seiner PV-Anlage aus dem Jahr 2000 mit den Kenn­zahlen vom August 2012 – und kam auf eine ver­gleich­bare Amor­ti­sa­ti­ons­dauer von 11-12 Jahren. „Wir haben jetzt eine Geset­zes­lage, auf die wir bauen können.“ Die Technik sei per­ma­nent güns­tiger geworden; des­halb würde das Ver­hältnis von Modul­preisen und Ver­gü­tungs­sätzen stimmen. Renz bezog damit auch ent­schieden Stel­lung in der lau­fenden Debatte, Solar­an­lagen-Betreiber ver­dienten sich eine „gol­dene Nase“ und würden die Strom­preise in die Höhe treiben. Die neue Technik habe eine Anschub­fi­nan­zie­rung erhalten; die Preis­treiber seien ganz andere wie z. B. die von der Strom­steuer befreiten ener­gie­in­ten­siven Betriebe, deren Folgen dann die Bevöl­ke­rung zu tragen habe.

Und das mit Span­nung erwar­tete Re-Powering? Renz tauscht nicht nur seine alte Anlage gegen eine neue mit effi­zi­en­teren Modulen aus, son­dern spei­chert auch Strom in einer Lithium-Eisen­phos­phat-Bat­terie und gibt ihn nach Bedarf per Steue­rung wieder ab. Die Wasch­ma­schine wird in Gang gesetzt, das Elektro-Auto wird auf­ge­laden oder die Zir­ku­la­ti­ons­pumpe für das Dusch­wasser springt an. Man könne auch „Strom­fresser“ finden. Mit einem sol­chen System könne man strom­autark werden – eine öko­lo­gisch-öko­no­mi­sche Vision, die viele anspricht. Ach, die Zir­ku­la­ti­ons­pumpe: Renz gab auch wich­tige Hin­weise, z. B. den Rat, die alte dau­er­lau­fende gegen eine moderne fle­xibel arbei­tende Hei­zungs­pumpe mit weitaus gerin­gerem Strom­ver­brauch aus­zu­tau­schen. Die Stadt­werke Buchen haben dazu ein För­der­pro­gramm auf­ge­legt, wusste Chris­tine Denz zu berichten. Renz rechnet damit, dass er seine Inves­ti­tion nach 15, 16 Jahren wieder zurück hat. Dabei spielen die künf­tigen Strom­preise eine gewich­tige Rolle, da sie bei Eigen­strom­nut­zung nicht bezahlt werden müssen. Und was wird mit der alten Anlage? Die will Renz dem Nach­barn aufs Dach setzen; die Bedin­gungen seien noch aus­zu­han­deln.

(Artikel von Chris­tine Denz)

veröffentlicht am 06.08.2012 mit den Schlagwörtern