Weiter zum Inhalt
06Feb

Gerechtigkeitssinn war ihr steter Antrieb

Die lang­jäh­rige Stadt- und Kreis­rätin Chris­tine Denz ist im Alter von 71 Jahren verstorben

Im Alter von 71 Jahren ist die lang­jäh­rige und verdiente Kommu­nal­po­li­ti­kerin, Lehrerin und Autorin Chris­tine Denz in Braun­schweig nach kurzer Krank­heit über­ra­schend verstorben. Mit ihrem konse­quenten und tatkräf­tigen Enga­ge­ment brachte sie Menschen zusammen und öffnete Türen. Denz sagte bei ihrer Verab­schie­dung aus dem Kreistag 2017 über sich selbst: „Frieden, Gerech­tig­keit und Bewah­rung der Schöp­fung – das ist in mir drin.“

Nach diesen Maximen gestal­tete sie ihr Tun und legte großes ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment, persön­li­chen Einsatz und Wille zum Handeln an den Tag. Sie war eine Pionierin auf vielen Feldern und eine Ökologin der ersten Stunde. Die Schwer­punkte ihrer Arbeit waren Umwelt- und Klima­schutz, globale Gerech­tig­keit, Betei­li­gung von Frauen an öffent­li­chen Ange­le­gen­heiten, das Knüpfen von zahl­rei­chen Netz­werken und publi­zis­ti­sches Arbeiten.

Chris­tine Denz wurde 1948 in Soltau in Nieder­sachsen geboren und lebte mit ihrer Familie seit 1978 in Mosbach. Mutig und beharr­lich, war sie ihrer Zeit immer ein wenig voraus, verstand sich aber bestens darauf, mit ihren Ideen andere Menschen abzu­holen und auf ihren Weg mitzu­nehmen. Ein beson­deres Anliegen war der Sonder­päd­agogin die Ener­gie­wende. Schon 1986 wurde sie Mitglied und Klägerin der Bürger­initia­tive „Atom­kraft­werk Obrig­heim abschalten!“ und setzte sich in den folgenden Jahren für zahl­reiche Projekte im Zeichen der umwelt­freund­li­chen Ener­gie­nut­zung ein.

Im April 2012 wurde ihr für ihre Verdienste von Minis­ter­prä­si­dent Winfried Kret­sch­mann der Verdienst­orden des Landes Baden-Würt­tem­berg – die höchste Auszeich­nung des Landes – verliehen.

In ihrer Zeit im Kreistag, dem sie von 2004 bis 2017 für die Frak­tion von Bündnis 90/Die Grünen ange­hörte, scheute sie die Ausein­an­der­set­zung mit Anders­den­kenden nicht und versuchte dennoch stets, posi­tive Ansätze sowie faire Ausgleiche zu finden. Den Kreis­ver­band der Grünen baute sie mit auf und leitete ihn von 1998 bis 2012. Zudem initi­ierte sie die Solar­in­itia­tive „S.U.N.“, die Bürger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaft Neckar-Oden­wald, die Ener­gie­spar­tage in Mosbach sowie die Klima­messe in Aglas­ter­hausen.

Aus ihren 17 Jahren im Gemein­derat der Stadt Mosbach für die Alter­na­tive Liste hinter­ließ sie, um es mit ihren eigenen Worten aus dem Jahr 2006 zu sagen, gute persön­liche und respekt­volle Kontakte, die ihr sehr wert­voll geworden waren. Auch wenn sie zuletzt die Region verließ, um in Braun­schweig in der Nähe einer ihrer drei Töchter zu leben, hinter­lässt sie in Mosbach und im Neckar-Oden­wald-Kreis eine große Lücke. Sie wird vielen noch lange in Erin­ne­rung bleiben.

(Artikel und Foto von Tim Krieger)

veröffentlicht am 06.02.2019