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08Feb

Simone Heitz mit Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet

Heraus­ra­gende Verdienste für Frieden und Bewah­rung der Schöp­fung in Kirche, Gesell­schaft und Politik gewür­digt

Simone Heitz wurde am Dienstag in Aglas­ter­hausen für ihr außer­ge­wöhn­li­ches Enga­ge­ment in Kirche und Gesell­schaft durch die Staats­se­kre­tärin des Sozi­al­mi­nis­te­riums Baden-Würt­tem­berg, Dr. Bärbl Mielich das Bundes­ver­dienst­kreuz am Bande verliehen.

Simone Heitz habe ein „großes Herz für die Bewah­rung der Schöp­fung und eine Welt, in die wir unsere Kinder guten Gewis­sens über­geben können“, sagte Mielich vor rund 200 Gästen in der Aglas­ter­hau­sener Fest­halle. Heitz‘ Ziel­stre­big­keit sei „anste­ckend“ und habe in 24 Jahren ehren­amt­li­cher Tätig­keit für Kirche, Umwelt­schutz und Politik nie nach­ge­lassen. Zusätz­lich habe Simone Heitz sich in den Gesund­heits­be­reich „einge­ar­beitet“ und sei seit 2009 im Aufsichtsrat der Neckar-Oden­wald-Kliniken tätig. In Aglas­ter­hausen habe die studierte Diplom-Verwal­tungs­wirtin dafür gesorgt, dass die evan­ge­li­sche Kirche als erste in Baden das EU-Umwelt­zer­ti­fikat „Grüner Gockel“ erhielt.

Die Vorsit­zende der Kreis­tags­frak­tion von Bündnis 90/Die Grünen, Ehefrau und Mutter ist außerdem im Orga­ni­sa­ti­ons­team der Klima­Messe Aglas­ter­hausen. „Sie sind beharr­lich, wenn es um ökolo­gi­sche Frage­stel­lungen geht. Unsere Gemeinde ist stolz auf Sie“, so Bürger­meis­terin Sabine Schweiger beim Festakt zu Heitz, die seit 1994 Mitglied im Gemein­derat Aglas­ter­hausen ist. Als „leiden­schaft­liche Strei­terin“ wurde die Vorsit­zende der Kreis­tags­frak­tion von Bündnis 90/Die Grünen von Landrat Dr. Achim Brötel gewür­digt. Brötel: „Wenn wir alle endlich beginnen in Sachen Natur­schutz umzu­denken, ist es noch nicht zu spät.“

Die evan­ge­li­sche Kirchen­ge­mein­de­rätin und Leiterin des kirch­li­chen Verwal­tungs- und Service­amtes Meckes­heim sei eine „Pionierin in der Landes­kirche und glaub­würdig in ihrem Reden und Handeln“, so Dr. André Witt­höft-Mühl­mann von der Evan­ge­li­schen Landes­kirche Baden und über­brachte einen Gruß des Landes­bi­schofs an die Geehrte.

Dekan Ekke­hard Leytz, Vorstand des Verwal­tungs­zweck­ver­bandes Rhein-Neckar, hob Heitz‘ „Blick für das Ganze“ hervor. Sie achte darauf, „dass Kirche ihre Mittel einsetzt, um Bedürf­tigen zu helfen, die gute Botschaft von Gottes Liebe weiter­zu­sagen und um Gottes gute Schöp­fung zu bewahren und zu feiern.“

Simone Heitz selbst mochte die höchste Auszeich­nung der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land gestern „nicht als Person entge­gen­nehmen“. Sie sehe in der Ehrung viel­mehr eine Würdi­gung der Umwelt- und Frie­dens­ar­beit an sich und der vielen Aktiven bundes­weit. Ihr Enga­ge­ment in Umwelt- und Frie­dens­fragen sei vor allem durch eindrück­liche Erleb­nisse in der Kind­heit geprägt worden, sagte Heitz in ihrer Dankes­rede vor dem Audi­to­rium aus Bund, Land, Kirche und Gesell­schaft.

Erleb­nisse und Erzäh­lungen ihrer Groß­mutter aus Krieg, Frem­den­hass und Verfol­gung hätte dazu geführt, dass sie sich gegen Frem­den­feind­lich­keit und für den Frieden einsetze. Umwelt­sünden, ein Zwischen­fall im Atom­kraft­werk Obrig­heim und die Statio­nie­rung von Kurz­stre­cken­ra­keten in der 80er Jahren seien „Schlüs­sel­er­leb­nisse“ gewesen, die die gebür­tige Mosba­cherin dazu geführt hätten, sich in Kirche, Politik und Natur­schutz einzu­setzen. Heitz war von 2000 bis 2002 auch im Bundes­vor­stand des NABU tätig.

Heitz: „Umstände und Menschen haben mich geprägt. Mein Vater hat mich bestärkt, mich auch poli­tisch einzu­bringen. Ich bin über­zeugt davon, dass wir die Welt von unseren Kindern nur geliehen haben. Das Argu­ment, ein Einzelner könne nichts bewirken, darf keine Ausrede sein, etwas zu tun.“

(Pres­se­mit­tei­lung von Pfar­rerin Ange­lika Schmidt, Evan­ge­li­scher Kirchen­be­zirk Neckar­ge­münd-Eber­bach)

veröffentlicht am 08.02.2018