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05Mrz

Grüne Delegation besucht Jugendstrafanstalt

Einrich­tung von Wohn­gruppen dring­lich – Hack­schnit­zel­hei­zung soll im Sommer in Betrieb gehen

Anläss­lich der Grünen Regio­nal­kon­fe­renz in Mosbachs „Alter Mälzerei“ kam Edith Sitz­mann, Vorsit­zende der Grünen Land­tags­frak­tion, am Montag in den Neckar-Oden­wald-Kreis. Vor der Kund­ge­bung und Diskus­sion am Abend führte sie ihr Weg in die JVA Adels­heim, um sich in dieser zentralen Landes­ein­rich­tung über den Jugend­straf­vollzug zu infor­mieren. „Im Zuge unserer 4 Regio­nal­kon­fe­renzen im ‚Grünen daheim‘ im ganzen Land, besuche ich verschie­denste Einrich­tungen und Firmen vor Ort, so wie heute die JVA Adels­heim“, so Edith Sitz­mann bei Ihrem Besuch. Begleitet wurde sie von MdL Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel, der Eber­ba­cher Betreu­ungs­ab­ge­ord­neten für den NOK, die als stell­ver­tre­tende Frak­ti­ons­vor­sit­zende und Frau­en­po­li­ti­sche Spre­cherin fungiert.

Zunächst stellte Regie­rungs­di­rek­torin Maida Diet­lein die Entwick­lung des im Februar 1974 als Reform­an­stalt in Betrieb gegan­genen Jugend­ge­fäng­nisses vor und erläu­terte den Poli­ti­ke­rinnen den jähr­li­chen Struk­tur­be­richt des krimi­no­lo­gi­schen Dienstes Baden-Würt­tem­berg. Drin­gendstes Anliegen der Anstalts­lei­tung ist es, dem seit 2008 gesetz­lich vorge­schrie­benen Wohn­grup­pen­vollzug durch konkrete Schritte näher zu kommen. Hierbei geht es um das Erlernen von sozialen Kompe­tenzen in einem über­schau­baren Grup­pen­ge­füge von nicht mehr als zwölf Bewoh­nern.

„Das Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt hat der Politik im Mai 2006 diese Aufgabe gestellt, zumin­dest auf einen Einstieg in den Wohn­grup­pen­vollzug hoffen wir in dieser Legis­latur.“ Da ein Umbau der vorhan­denen Gebäude aufgrund der mangel­haften Bausub­stanz nach Berech­nungen des Hoch­bau­amtes absolut unwirt­schaft­lich sei, müsste ein Neubau eines entspre­chend gestal­teten Haft­hauses Vorrang erhalten, dafür bitte man um Unter­stüt­zung aller Land­tags­frak­tionen.

Frau Sitz­mann die auch stell­ver­tre­tende Aufsichts­rats­vor­sit­zende der Landes­stif­tung Baden-Würt­tem­berg ist, erkun­digte sich nach dem Antrag der Anstalt an die Landes­stif­tung auf Förde­rung der „posi­tive peer group culture“. Konti­nu­ier­liche Bezie­hungs­ar­beit und die Erzeu­gung einer förder­li­chen Grup­pen­kultur seien die wesent­li­chen Erzie­hungs­fak­toren neben der schu­li­schen und beruf­li­chen Ausbil­dung der Jugend­li­chen, begrün­dete Frau Diet­lein im Gespräch mit der Frak­ti­ons­vor­sit­zenden Eine solche Betreuung könne im Moment nicht ausrei­chend gewähr­leistet werden. Mit Hilfe der Landes­stif­tung wolle man im Rahmen eines Projektes insbe­son­dere erproben, inwie­weit Erfah­rungen aus Jugend­hilfe und Jugend­straf­vollzug in freien Formen auf den geschlos­senen Vollzug über­tragbar sind. Bei der Besich­ti­gung eines Haft­hauses über­zeugten sich die Besu­che­rinnen von der Lage vor Ort.

Im Anschluss hieran wurde gemeinsam die neu erbaute Hack­schnit­zel­an­lage besich­tigt. Diese soll im Laufe des Sommers in Betrieb genommen werden und die gesamte Anstalt mit Wärme versorgen. Auch Bürger­meister Klaus Gram­lich, selbst im Anstalts­beirat enga­giert, war vor Ort um die Gäste zu begrüßen und sich von der Bausi­tua­tion zu über­zeugen. Er betonte das gute Mitein­ander im Geneh­mi­gungs­ver­fahren. Für Frau Sitz­mann hatte er ein Geschenk in Grün dabei, den Kunst-Radführer zum Skulp­tu­ren­radweg – für die begeis­terte Rad-Urlau­berin ein inspi­rie­rendes Geschenk.

(Pres­se­mit­tei­lung der JVA Adels­heim)

veröffentlicht am 05.03.2014 mit den Schlagwörtern