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23Mai

Erstaunlich facettenreiche Pflanzen-Heimat

Grüne Kräu­ter­wan­de­rung am Kat­zen­bu­ckel

Knapp 20 Inter­es­sierte waren der Ein­la­dung der Kreis-Grünen zu einem unge­wöhn­li­chen „Wahl­kampf-Höhe­punkt“ gefolgt – zur Erkun­dung der hei­mi­schen Wild­kräuter am Kat­zen­bu­ckel. Mit Kräu­ter­ex­pertin Gabriele Nießen konnte Klaus Brauch-Dylla eine aus­ge­wie­sene Fach­frau zur Rund­wan­de­rung um den Oden­wald-Gipfel begrüßen. Im Mit­tel­punkt standen die Früh­blüher rechts und links des Weges­randes und deren Nutzen sowie Ein­satz in Küche und Heil­kunde.

„Die Wiesen rund um den Kat­zen­bu­ckel sind erstaun­lich facet­ten­reich und bieten einer Viel­zahl von Pflanzen Heimat“, freute sich Gaby Nießen. Neben häufig vor­kom­menden und oft über­se­henen „wilden Nütz­lingen“ wie dem Giersch, Wege­rich, Huf­lat­tich, Brenn­nessel, Knob­lauch­rauke oder Vogel­miere haben sich auf der Oden­wald­höhe Taub­nes­sel­arten ange­sie­delt, die reich­lich süßen Nektar bilden und ein beliebter Anzie­hungs­punkt für nek­tar­sam­melnde Insekten, vor allem für Hum­meln und Bienen sind. Die jungen Blüten und Blätter seien essbar und als wohl­schme­ckende Bei­gabe im Salat oder in einer Wild­kräu­ter­li­mo­nade ver­wendbar. Die Wur­zeln könne man im Herbst als Gemüse ver­ar­beiten und die Samen gäben im Winter leckere Keim­linge. Die Inhalts­stoffe der Taub­nessel wirkten ent­zün­dungs­hem­mend, anti­bak­te­riell, schleim­haut­schüt­zend und blut­stil­lend.

Dem blü­henden Löwen­zahn ringsum wid­mete sich Nießen eben­falls. Als vor­züg­liche Küchen­pflanze lie­fere er für Salate die herb schme­ckenden Blätter und für den stär­kenden „Löwen­zahn­honig“ seine gelben Blüten. Die Wurzel könne im Herbst geerntet und ver­ar­beitet werden. Beson­ders zu erwähnen sei der posi­tive Ein­fluss des Löwen­zahns auf sämt­liche Ver­dau­ungs­or­gane; die Inhalts­stoffe regten die Pro­duk­tion der Ver­dau­ungs­säfte an und ver­bes­serten somit u.a. den Fett­stoff­wechsel.

Über­ra­schend war das Hir­ten­täschel, das nur noch selten anzu­treffen sei. Als Kreuz­blütler stehe es in weiter Ver­wandt­schaft mit dem Senf, was man deut­lich an seinem Geschmack merken könne. Ein Senf aus dem Hir­ten­täschel sei eine feine Art, ihn zu ver­wenden. Bereits im Mit­tel­alter galt die Pflanze als eine der besten Pflanzen, um Blu­tungen zu stillen und man habe sie u.a. dazu ver­wand um zu starke Monats­blu­tungen wieder ins Gleich­ge­wicht zu bringen.

Klaus Brauch-Dylla dankte Gabi Nießen für die vielen Ein­blicke und unter­strich, dass die Ernen­nung des Kreises zur Bio-Mus­ter­re­gion Chance und Auf­gabe sei, um Natur und Nut­zung in ein nach­hal­tiges Gleich­ge­wicht zu bringen. Dazu sei eine starke Ver­tre­tung der Grünen im Kreistag ein wich­tiges Signal.

(Artikel und Foto von Klaus Brauch-Dylla)

veröffentlicht am 23.05.2019