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18Aug

Leserbrief: Versachlichung nötig

Die Wellen schlagen hoch beim Thema „Deponierung freigemessenen Betonmülls vom AKW Obrigheim auf der Deponie Sansenhecken in Buchen“. Nachdem 2017 im neuen Atomgesetz auf Bundesebene entschieden wurde, bundesweit auf den sofortigen Rückbau der AKWs zu setzen, gilt derzeit die gesetzliche Regelung, dass bestimmte Materialien nach den Erkenntnissen der von der Strahlenschutzkommission erstellten Strahlenschutzverordnung nach dem 10-Mikrosievert-Prinzip freigemessen werden. Ein Teil davon wird zur Deponierung freigemessen.

Unabhängig davon, dass wir dringend fordern, dass jegliche Erkenntnisse über Gefahren von Niedrigstrahlung unbedingt in der Bewertung der Strahlenschutzkommission berücksichtigt werden müssen, insbesondere nach den Vorwürfen der Landesärztekammer und des deutschen Ärztetages, gilt es aber doch vor allem, höchste Sorgfalt bei der anstehenden Deponierung des freigemessenen Betonmülls einzufordern.

Als neue Kreisrätin und AWN-Aufsichtsrätin fordere ich für die grüne Fraktion, dass die AWN als Deponiebetreiber dafür sorgt, dass die von ihr und dem Landkreistag in Abstimmung mit dem Umweltministerium entwickelten Handlungsanleitungen, die im bundesweiten Vergleich strengsten Bedingungen für eine Deponierung darstellen, auch wirklich eingehalten werden. Die Anlieferung sollte komprimiert erfolgen, damit der Betonmüll nicht über den gesamten Verfüllabschnitt verteilt und der Ablagerungsort gut dokumentiert werden kann. Des weiteren sollte die AWN von der Möglichkeit, eigene Gutachter für Kontrollen beim Freimessprozess bei der ENBW, der auch von Behördenseite bundesweit einmalig zu 100% kontrolliert wird, stichprobenartig einzusetzen, Gebrauch machen, um für das höchste Maß an Sicherheit bei diesem heiklen Prozess zu sorgen.

Außerdem fordern wir die regelmäßige Sickerwasseranalyse auf Radionuklide, wie es andere Deponiebetreiber, z.B. Ludwigsburg, bereits zugesichert haben. Hier vor Ort ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diese Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

Amelie Pfeiffer, Kreisrätin

veröffentlicht am 18.08.2017 mit den Schlagwörtern ,