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21Okt

Grüne besuchten Flüchtlingsunterkünfte in Hardheim

Grüne besuchten BEA Hardheim

Zusammen mit den Land­tags­ab­ge­ord­neten Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel und Uli Sckerl infor­mierten sich die Grünen des Neckar-Oden­wald-Kreises am Montag vor Ort über die beiden Flücht­lings­un­ter­künfte in Hard­heim. Im Gespräch mit ehren­amt­li­chen Hel­fern, Gemein­de­ver­tre­tern und dem Bür­ger­meister wurden anste­hende Auf­gaben und Pro­bleme bespro­chen. Es wurde aber auch deut­lich, dass die Gemeinde, die Betrei­ber­ge­sell­schaft und haupt­amt­liche sowie frei­wil­lige Helfer her­vor­ra­gende Arbeit leisten.

Ver­ständnis äußerte Uli Sckerl für Bür­ger­meister wie Volker Rohm, die ad hoc auf große Flücht­lings­zahlen reagieren müssen: „Wir wissen, dass wir Hard­heim viel zumuten“, sagte er. Einige der Fragen, die in der Woche vor dem Abge­ord­ne­ten­be­such in der Bedarfs­un­ter­kunft noch im Raum standen, sind inzwi­schen gelöst. Wesent­lich ist der Ein­satz von Refe­rats­leiter Man­fred Beu­chert, der seit Anfang Oktober im Regie­rungs­prä­si­dium unter anderen Ein­rich­tungen auch für die Bedarfs-Erst­auf­nahme in der Carl-Schulz-Kaserne zuständig ist. Die Regis­trie­rung und Erst­un­ter­su­chung der Flüch­tenden in Hei­del­berg ist abge­schlossen, Wasch­ma­schinen und Trockner sind ein­satz­be­reit, die Zusam­men­ar­beit mit RP-Mit­ar­bei­tern vor Ort eta­bliert sich, die Essens­aus­gabe ist, zum Teil mit Flücht­lingen als Hel­fe­rInnen, vor­bild­lich orga­ni­siert, Sozi­al­ar­beiter sollen kommen – wenn­gleich der Arbeits­markt in diesem Bereich augen­blick­lich leer­ge­fegt ist.

Die Lei­tung der Ein­rich­tung hin­ter­ließ bei den Besu­chern den Ein­druck, dass sie ziel­ge­richtet und struk­tu­riert arbeitet und dabei auch die sozialen Aspekte des Zusam­men­le­bens unter schwie­rigen Umständen gut meis­tert. „Die Unter­brin­gung in der CSK ist im Ver­gleich richtig gut“, befand Uli Sckerl, der alle Lan­des­ein­rich­tungen kennt. Die Pro­ble­matik, dass nun neben der seit fast 20 Jahren bestehenden Gemein­schafts­un­ter­kunft auch Hun­derte Neu­an­kömm­linge in einer Land­ge­meinde wie Hard­heim leben, kam zur Sprache: Schlechte Nah­ver­kehrs­ver­bin­dungen, Berüh­rungs­angst, unge­wisse Zukunfts­aus­sichten und die Last des Erlebten sind für alle eine Her­aus­for­de­rung. Vor allem was die Ver­sor­gung und Beschäf­ti­gung der Leute angeht, fühlen sich die Hel­fer­kreise zuständig.

Alex­andra Graf nannte stell­ver­tre­tend den Bedarf vor allem auch an männ­li­chen Ehren­amt­li­chen, die sich, etwa mit Sport- oder Werk­statt­an­ge­boten nach dem Vor­bild in der GUK, ein­bringen. Akut zuge­sagte Fir­men­spenden helfen bei der Erst­aus­stat­tung der Ankömm­linge mit Unter­wä­sche. Sprach­un­ter­richt und Kin­der­be­treuung werden bereits mit Ehren­amt­li­chen orga­ni­siert und aus­ge­baut. Der Ruf nach einem Street­worker, der drin­gend nötig sei, wurde gehört, ebenso der Wunsch, fach­liche Unter­stüt­zung, etwa in Form von Super­vi­sion, für die Ehren­amt­li­chen ver­fügbar zu machen. „Wir hätten so etwas gerne in jedem Land­kreis“, stellte Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel klar. Sie sieht die Gefahr, dass sich die Hel­fe­rInnen über­for­dern und aus­fallen: „Wir können aber diese Gruppen nicht durch Haupt­amt­liche ersetzen.“

Rea­lis­tisch sahen die beiden Abge­ord­neten die lau­fenden Anstren­gungen, nach und nach die Kern­auf­gaben der Flücht­lings­be­treuung zu pro­fes­sio­na­li­sieren. So ver­spre­chen sie sich eine Ver­ste­ti­gung der Sprach­aus­bil­dung durch eine neues Pro­gramm des Bun­des­amts für Migra­tion und Flücht­linge oder eine funk­tio­nie­rende Grund­ver­sor­gung mit Klei­dern durch mobile Dienste des DRK.

Mehr dazu in den Berichten von FN und RNZ:
Sckerl: „BEA soll nicht zur LEA werden“
Grünen-Abge­ord­nete vor Ort: „Wir muten Hard­heim viel zu“

Uli Sckerl heute zu Gerüchten über die Kapa­zi­täts­grenze der BEA Hard­heim:

„Wir haben großen Respekt vor den Anstren­gungen der Gemeinde und ihrer Bürger, die Flücht­linge auf­zu­nehmen und zu unter­stützen. Des­halb legen wir aller­größten Wert auf einen ver­trau­ens­vollen Umgang mit der Gemeinde Hard­heim. Sie muss sich auf unser Wort ver­lassen können, und sie kann es auch. Ich würde mir wün­schen, dass Herr Brötel beim nächsten Mal zum Telefon greift, bevor er Groß­alarm aus­löst. Dann können solche kurz­fris­tigen Situa­tionen geklärt werden, ohne dass die Leute ver­un­si­chert werden.“

Quelle: Flücht­linge in Hard­heim: Land demen­tiert Kapa­zi­täts­er­hö­hung in Kaserne

veröffentlicht am 21.10.2015 mit den Schlagwörtern