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08Okt

Grüne werben um Akzeptanz und neue Wege für die Flüchtlingsbetreuung

„Unter­brin­gungs­kon­zept Asyl“ bean­tragt

Es brennt an vielen Stellen auf der Welt. In den Asyl­be­wer­bern kommen uns diese Kri­sen­re­gionen nahe. Es sind unvor­stell­bare Schick­sale und schreck­liche Erleb­nisse, die selbst vor Kin­dern nicht halt­ma­chen. Unsere Mit­mensch­lich­keit und ebenso die poli­ti­sche und wirt­schaft­liche Ver­nunft sowie unsere Gesetze gebieten uns, die Flücht­linge zu beher­bergen und ihnen eine Per­spek­tive zu bieten. „Wir können froh und dankbar sein, dass wir so etwas nicht mit­ma­chen müssen. Mit Freude beob­achten wir, dass viele Men­schen und Insti­tu­tionen Wege suchen und ver­wirk­li­chen. Auch wir werben für Akzep­tanz und setzen uns für Lösungen ein“, so Simone Heitz, Frak­ti­ons­vor­sit­zende der Grünen im Kreistag.

Die grüne Kreis­tags­frak­tion hat einen Antrag „Unter­brin­gungs­kon­zept Asyl“ ein­ge­bracht. Mit ihm ver­folgt sie ein nach­haltig wir­kendes Kon­zept und bringt krea­tive Vor­schläge ein, wie die Flücht­linge ange­messen betreut und in unsere Gesell­schaft inte­griert werden können. Das sei eine gesamt­ge­sell­schaft­liche Auf­gabe, bei der alle gefor­dert seien, nicht nur der Land­kreis. Die Kom­munen müssen von Anfang an betei­ligt werden. Denn nach der neuen Geset­zes­lage in Baden-Würt­tem­berg, nach dem Flücht­lings­auf­nah­me­ge­setz FlüAG, das ab 2014 gilt, darf die sog. „vor­läu­fige Unter­brin­gung“ in Gemein­schafts­un­ter­künften wie z.B. in Hard­heim höchs­tens zwei Jahre dauern. Spä­tes­tens danach sollen die Flücht­linge dezen­tral in Woh­nungen in den Gemeinden wohnen, was aber auch bereits gleich nach ihrer Ankunft sein darf. Dabei geht es sowohl um Wohn­raum als auch um Unter­stüt­zung für ein men­schen­wür­diges und selbst­ver­ant­wort­li­ches Leben der Kinder und Erwach­senen. Erfah­rungs­gemäß sind viele aner­kannte Flücht­linge gleich­be­rech­tigte Mit­glieder unserer Bevöl­ke­rung geworden. Ange­sichts des sich abzeich­nenden Arbeits­kräf­te­man­gels zeigt sich in vielen Fällen, dass eine erfolg­reiche Inte­gra­tion, wie sie z.B. wäh­rend des Kosovo-Krieges in 1992 und später erfolgt ist, den Kom­munen und der Kreis­be­völ­ke­rung genutzt hat. Damals kamen über 400.000 Flücht­linge. Heute geht es um die Hälfte.

Die Grünen meinen, dass man in der heu­tigen schwie­rigen Situa­tion auch neue Wege gehen kann. Gute Erfah­rungen gibt es mit dem lang­jäh­rigen ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment in Hard­heim (Dienst am Nächsten e.V.) und mit dem neu gegrün­deten AK Asyl Mos­bach. Über die Kir­chen bringen sich viele ein. Diese sollten von Beginn an mit ein­be­zogen werden. Gefragt sind jedoch nicht nur die christ­li­chen Kir­chen, son­dern auch Glau­bens­ge­mein­schaften und mus­li­mi­sche Orga­ni­sa­tionen. Gerade diese sind vielen Flücht­lingen ver­traut, was unter anderem eine gemein­same Sprache betrifft. Ebenso können die Ver­eine mit­ma­chen, die ein wich­tiger Träger unseres gesell­schaft­li­chen Lebens mit hoher Inte­gra­ti­ons­kraft sind. Sport und Musik ver­binden auch ohne Worte!

In dem Antrag sind wei­tere Vor­schläge zur Bün­de­lung der vielen ehren­amt­li­chen Kräfte durch die Land­kreis­ver­wal­tung ent­halten. Mit Freude und Aner­ken­nung stellen die grünen Kreis­tags­mit­glieder fest, dass die Ver­wal­tung des Land­rats­amtes und viele Bür­ge­rInnen und Bür­ger­meister im Land­kreis sich auf­ge­schlossen für die Nöte der Flücht­linge zeigen und dass sie gleich­zeitig bestrebt sind, die Bür­ge­rInnen und Gemeinden ernst- und mit­zu­nehmen. „Wir sollten ein freund­li­ches Klima für die Flücht­linge bereiten und sind von dem gegen­sei­tigen Nutzen über­zeugt“, so abschlie­ßend Kreis­rätin Chris­tine Denz, auch Mit­glied des Arbeits­kreises Asyl Mos­bach.

Antrag zum Nach­lesen

(Artikel von Chris­tine Denz)

veröffentlicht am 08.10.2014 mit den Schlagwörtern