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17Okt

Leserbrief: Die Kraft kommt von unten

Die nie­der­län­di­sche Regie­rung will Bewohner von Flücht­lings­heimen in kom­mu­nalen oder pri­vaten Woh­nungen unter­bringen. Sie arbeitet dafür mit der Ver­ei­ni­gung der Kom­munen zusammen. Ähn­lich läuft es auch im Neckar-Oden­wald-Kreis. Was noch aus­ge­baut werden sollte, sind (de)zentrale „bar­rie­re­freie“ Anlauf­stellen sowohl für Woh­nungs­an­ge­bote und Anfragen als auch für alle anderen Themen. Der Bedarf nach qua­li­fi­zierten Ansprech­part­nern ist inner­halb der Hel­fer­kreise groß, da sie sich einer über­bor­denden Fülle von Auf­gaben gegen­über sehen. In die ihnen meist fremde Materie arbeiten sie sich mit großem Enga­ge­ment und Durch­hal­te­ver­mögen ein. Alle Ach­tung! Wir sollten alles daran setzen, den Ehren­amt­li­chen den Rücken zu stärken und ihre Arbeit für die All­ge­mein­heit auch kon­kret zu wert­schätzen.

Die Flücht­linge und unser Umgang mit ihnen als Gesamt­ge­sell­schaft werden uns und unser Land ver­än­dern. Wir haben es in der Hand, wie eine Inte­gra­tion gelingt. Ich bin davon über­zeugt, dass die posi­tiven huma­ni­tären, ethi­schen, christ­li­chen und anders­re­li­giösen Beweg­gründe, welche auch immer uns tragen, viele Men­schen­leben retten und eine neue Soli­da­rität und eine neue Art des Zusam­men­le­bens ent­wi­ckeln werden. Das ist ein posi­tives, ein leuch­tendes Ziel für die, die dafür emp­fäng­lich sind. Wir können uns die Ener­gie­wende zum Vor­bild nehmen. Auch hier kommt die Kraft von unten, von den vielen über­zeugten Pri­vat­per­sonen aus der Zivil­ge­sell­schaft. Die Politik muss sich für die rich­tigen Rah­men­be­din­gungen ent­scheiden.

Gleich­zeitig sollten wir Kon­zepte über­legen, mit denen die Flucht­ur­sa­chen auf­ge­hoben werden. Auch dafür brau­chen wir den Mut zur Ver­än­de­rung und einen langen Atem. Damit viele Men­schen mit­gehen, brau­chen wir faire, ehr­liche und weit den­kende Dis­kus­sionen. Kul­tur­ein­rich­tungen (Theater, Kunst­ver­eine, Volks­hoch­schulen usw.) machen solche Ange­bote, der poli­ti­sche und der Bil­dungs­be­reich sollten folgen.

Chris­tine Denz, Mos­bach, Mit­glied eines Asyl-Arbeits­kreises

veröffentlicht am 17.10.2015 mit den Schlagwörtern