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01Jun

Leserbrief: Verzerrung durch CDU statt durch Auszählung

Leser­brief zum Bericht
Kreis-CDU sieht sich von neuem Aus­zähl­ver­fahren benach­tei­ligt

Der Wäh­ler­wille drückt sich durch Stimm­an­teile aus. Rechnet man diese direkt auf die 46 Sitze des Kreis­tags um, ergäbe sich fol­gende Ver­tei­lung: CDU 19,76 – SPD 11,56 – FW 9,34 – Grüne 4,63 – FDP 0,70. Das neue Aus­zähl­ver­fahren ergab: CDU 20 – SPD 11 – FW 9 – Grüne 5 – FDP 1, und damit zwar einen geringen Nach­teil für die SPD, aber sicher keinen – wie beklagt – für die CDU und erst recht keine ein­deu­tige Ver­zer­rung des Wäh­ler­wil­lens – wie behauptet.

Der Ver­lust von 2 Sitzen für die CDU hat ein­fache Gründe: Ers­tens schrumpft der Kreistag von 49 auf 46 Sitze, zwei­tens erhielt die CDU 2009 durch das alte Ver­fahren 22 Sitze, obwohl ihr Stim­men­an­teil nur 20,9 Sitzen ent­spro­chen hätte, also im Grunde 1 Sitz zu viel. Wegen der­ar­tiger Begüns­ti­gungen großer Par­teien wurde 2006 – damals nur für Land­tags­wahlen – das alte durch das genauere neue Ver­fahren auf Initia­tive von CDU (!) und FDP ersetzt.

Die von der CDU auf­ge­führte Streuung der reprä­sen­tierten Stimmen hat ihre Ursache schlicht in der Not­wen­dig­keit ganz­zah­liger Sitze. Auch bei ihrer Kritik an der Zutei­lung im Wahl­kreis II liegt die CDU falsch: Der Kreistag muss das Gesamt­ergebnis abbilden, dadurch sind höhere Streu­ungen auf Wahl­kreis­ebene unver­meid­lich.

Hat sich die CDU-Frak­tion in ihren Zah­len­spielen selbst ver­hed­dert oder wollte sie die Öffent­lich­keit in die Irre führen? Wie auch immer, end­gültig unsach­lich wird Herr Neser mit seinem bil­ligen Spruch zu den Min­der­heiten.

Markus Schwab, Gun­dels­heim

veröffentlicht am 01.06.2014