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23Sep

Zur drohenden Abschiebung von Menulu Ugochukwu

Als die Idee aufkam, den Asyl­be­wer­bern im Neckar-Oden­wald-Kreis in Auer­bach eine bes­sere Unter­kunft zu bieten, grün­dete sich die Bür­ger­initia­tive „Pro Auer­bach“, wohl in Anleh­nung an die rechts­po­pu­lis­ti­schen Bür­ger­be­we­gungen „Pro Deutsch­land“, „Pro NRW“ und „Pro Köln“. Nun ver­bleiben die Men­schen in der ehe­ma­ligen Hard­heimer Kaserne, die zur Zeit um- und aus­ge­baut wird. Doch auch in Hard­heim sind die Migranten bei man­chen Bür­gern alles andere als will­kommen.

Der Asyl­be­werber Menulu Ugo­chukwu soll abge­schoben werden. Doch in seinem Hei­matort in Nigeria, wo er Kinder unter­rich­tete, wäre er als Lehrer und Katholik nicht mehr sicher, weil in dem afri­ka­ni­schen Land Christen von der isla­mis­ti­schen Sekte „Boko Haram“ (direkt über­setzt: „Bücher ver­boten“) sys­te­ma­tisch ver­folgt und ermordet werden. Die dro­hende Abschie­bung wird am 26. Sep­tember im Peti­ti­ons­aus­schuss des Land­tags behan­delt.

Menulu Ugo­chukwu ist ein Mus­ter­bei­spiel für gelun­gene Inte­gra­tion, er spielt Fuß­ball im FSV Dorn­berg und singt im Kir­chen­chor. Doch die Men­schen, die Zivil­cou­rage zeigen und sich für den 29jährigen ein­setzen, und sogar deren Ange­hö­rige werden unge­niert in der Öffent­lich­keit ange­feindet. Solche Ein­schüch­te­rungen sind eine Schande für Hard­heim, dürfen nicht tole­riert werden und müssen offen ange­spro­chen werden. Weg­schauen ist der fal­sche Weg. Man­chen Leuten geht es offenbar in ihrer Frem­den­feind­lich­keit nur darum, die Asyl­be­werber schnell los­zu­werden, unge­achtet dessen, was ihnen in ihrer Heimat drohen würde. Das ist men­schen­ver­ach­tend. Es darf nicht zuge­lassen werden, dass die­je­nigen, die sich für Herrn Ugo­chukwu ein­setzen, es mit der Angst zu tun bekommen und resi­gnieren. Des­halb richten wir uns an Euch, habt auch ein Auge auf diese Gescheh­nisse!

veröffentlicht am 23.09.2012 mit den Schlagwörtern