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28Jan

Regionale Schulentwicklungsplanung soll Probleme lösen

Bil­dungs­auf­bruch und Finanz­po­litik – MdL Andrea Lindlohr refe­rierte

Wie gehen „Bil­dungs­auf­bruch und nach­hal­tige Finanz­po­litik“ zusammen? Diesem schwie­rigen Thema stellte sich Andrea Lindlohr, stell­ver­tre­tende Vor­sit­zende der grünen Land­tags­frak­tion in Baden-Würt­tem­berg, als Gast der Neckar-Oden­wälder Kreis­grünen. Lindlohr ist selbst Finanz­po­li­ti­kerin, nimmt sich aber zusätz­lich in ihrem Wahl­kreis Ess­lingen beson­ders der Schul- und Bil­dungs­po­litik an.

Sie machte zunächst deut­lich, dass „Bil­dungs­po­litik“ mehr als Schule umgreife, wenn das Ziel sei, soziale Her­kunft und Bil­dungs­er­folg zu ent­kop­peln. Reformen müssten von der Klein­kind­be­treuung bis zur Hoch­schule rei­chen, und hier hätten schon einige Maß­nahmen der grün-roten Lan­des­re­gie­rung gegriffen, bei Kitas, der Erwei­te­rung der Mas­ter­stu­di­en­gänge, dem Ausbau der Dualen Hoch­schulen sowie bei der Abschaf­fung der Stu­di­en­ge­bühren.

Der Schul­be­reich sei zuge­ge­be­ner­maßen der schwie­rigste und am meisten kom­plexe Bereich. Dort gebe es einer­seits den größten Reform­be­darf, ande­rer­seits sei hier das Land durch das kon­ti­nu­ier­liche Anwachsen der Pen­si­ons­lasten für die seit 70er Jahren ein­ge­stellten Lehrer beson­ders in der Klemme. Inso­fern ver­tei­digte Lindlohr den Abbau von ins­ge­samt 2400 Leh­rer­stellen in den beiden Haus­halts­jahren 2013 und 2014 und fügte hinzu, dass sich den­noch die Lehrer-Schüler-Rela­tion etwas ver­bes­sert habe. Aller­dings sei dies nicht beim Klas­sen­teiler spürbar, son­dern bei der Ver­bes­se­rung der Krank­heits­ver­tre­tung, dem Abbau von „Bug­wellen“ (d.h. von Leh­rern zusätz­lich gehal­tener Stunden) im Berufs­schul­be­reich und der Erhö­hung von Pool­stunden.

Sie räumte ein, dass es bei den Schulen Ver­un­si­che­rung gebe und dass Grün-Rot bei der Über­nahme der Regie­rungs­ver­ant­wor­tung mög­li­cher Weise „zu viele Bau­stellen auf einmal“ auf­ge­macht habe. Aller­dings habe man auch fest­ge­stellt, dass die Erfas­sung der wirk­li­chen Bedarfe sowie der vor­han­denen Per­so­nal­res­sourcen für die ver­schie­denen Schul­arten nicht gleich­artig gere­gelt und des­halb schwer zu ermit­teln sei. Hier müsse ange­setzt werden, um ein genaues Bild der Lage zu bekommen. Denn es gebe in länd­li­chen Schulen häufig sehr kleine Klassen, in den Städten hin­gegen beson­ders große. Dies führe zu Unge­rech­tig­keiten – ande­rer­seits könne man auf dem Land auf­grund der weiten Wege nicht ein­fach Schulen schließen.

Des­halb müsse es, dies war das Fazit der Refe­rentin, vor allem regio­nale Schul­ent­wick­lungs­pläne geben, wo sich Schul­träger und Schul­ver­wal­tung in Bezirken „kleiner als die der Schul­ämter“ an einen Tisch setzen und die Per­spek­tiven der ein­zelnen Schulen und Schul­mo­delle, ein­schließ­lich Gemein­schafts­schulen, Ganz­ta­ges­be­treuung etc. fest­stellen und planen müssten. Das Land müsse einer­seits Vor­gaben machen, ande­rer­seits fle­xibel sein – hier erhoffe man sich für die Zukunft eine deut­liche Ver­bes­se­rung der Kom­mu­ni­ka­tion.

Vor dem Referat von MdL Lindlohr hatte der Neckar-Oden­wälder Kreis­ver­band der Grünen seine schei­dende Vor­sit­zende Chris­tine Denz ver­ab­schiedet. Co-Vor­sit­zende Chris­tine Böhm wür­digte ins­be­son­dere deren Ver­dienste um die Umset­zung der Ener­gie­wende auf der lokalen Ebene und die lang­jäh­rige gute Zusam­men­ar­beit der „beiden Chris­tinen“. Mit einem sym­bo­li­schem Prä­sent bedankte sich der Kreis­ver­band bei Chris­tine Denz.

(Artikel von Doro­thee Roos)

veröffentlicht am 28.01.2013