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08Apr

Corona: Mehr Hilfen für Alleinerziehende – Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdB

Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel (Bündnis 90/Die Grünen) hat in der Coro­na­krise mehr Hilfen für Allein­er­zie­hende und andere Gruppen gefor­dert. „Ein­el­tern­fa­mi­lien gehen schon ohne Corona regel­mäßig bis an ihre Belas­tungs­grenzen und oft auch dar­über hinaus, ange­sichts enormer zusätz­li­cher Belas­tungen brau­chen sie jetzt die Unter­stüt­zung unserer Gemein­schaft“, erklärte Schnei­de­wind-Hart­nagel. „Allein­er­zie­hende brau­chen jetzt mehr Geld als sonst und sind trotz Corona auf Ange­bote für die Kin­der­be­treuung ange­wiesen – oder wir setzen auf ein­fache und effi­zi­ente Ideen wie ein zeit­lich begrenztes, bedin­gungs­loses Grund­ein­kommen.“

Die bisher vom Bun­destag beschlos­senen Maß­nahmen können nach Ein­schät­zung der Abge­ord­neten nur ein erster Schritt gewesen sein: „In der Corona-Krise allein für eine Familie ver­ant­wort­lich zu sein, bringt beson­dere Belas­tungen mit sich, denen die neuen Maß­nahmen nur unzu­rei­chend gerecht werden. Anstatt immer neue Maß­nahmen und Kor­rek­turen zu beschließen, sollten wir unter diesen außer­ge­wöhn­li­chen Umständen ernst­haft erwägen, Men­schen ihre exis­ten­zi­ellen Sorgen auf einen Schlag zu nehmen.“

Schnei­de­wind-Hart­nagel stellte klar, dass es dabei nicht um einige Wenige in unserem Land geht: „Ein­el­tern­fa­mi­lien sind eine weit ver­brei­tete Fami­li­en­form. In den Land­kreisen Main-Tauber und Neckar-Oden­wald ist schät­zungs­weise jede fünfte Familie eine Ein­el­tern­fa­milie.“

„Im System ‚Ein­el­tern­fa­milie‘ ist das Erwerbs­ein­kommen von Allein­er­zie­henden ‚sys­tem­re­le­vant‘ – wenn jetzt aus­ge­rechnet gering­ver­die­nende Allein­er­zie­hende nicht arbeiten können, weil sie ihre Kinder zuhause betreuen, ist ihnen weder mit 67 Pro­zent des Ver­dienst­aus­falls noch mit einer Begren­zung dieser Ent­schä­di­gung auf sechs Wochen geholfen“, sagte die Abge­ord­nete. Sie for­derte zudem, auch all die auf Hartz-IV ange­wie­senen Allein­er­zie­henden stärker in den Blick zu nehmen. „Wenn kos­ten­lose Mit­tag­essen in Schule und Kita weg­fallen, Tafeln schließen und im Super­markt die güns­tigsten Lebens­mittel ver­griffen sind, dann führt das zu echten Not­lagen. Hier muss die die Bun­des­re­gie­rung zumin­dest die Regel­sätze drin­gend erhöhen – wenn sie ein tem­po­räres Grund­ein­kommen scheut.“

Außerdem müsse dann auch der Anspruch auf Not­fall­be­treuung auf erwerbs­tä­tige Allein­er­zie­hende aus­ge­weitet werden, falls Schul- und Kita­schlie­ßungen auch nach den Oster­fe­rien andau­erten. „Home­of­fice und Kin­der­be­treuung sind kaum zu ver­ein­baren – erst recht nicht für Allein­er­zie­hende“, so Schnei­de­wind-Hart­nagel.“

veröffentlicht am 08.04.2020