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24Apr

Mit „Corona-Elterngeld“ alle Familien in der Krise stärken – Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdB

Die grüne Bun­des­tags­frak­tion for­dert ein „Corona-Eltern­geld“ als Lohnent­schä­di­gung für die gesamte Zeit der Schlie­ßung von Kitas und Schulen. „Die im Infek­ti­ons­schutz­ge­setz vor­ge­se­hene Lohnent­schä­di­gung muss an die Dauer der Schlie­ßung der Betreu­ungs­ein­rich­tungen gekop­pelt und zu einem Corona-Eltern­geld aus­ge­weitet werden“, erklärte die grüne Abge­ord­nete für den Wahl­kreis Oden­wald-Tauber, Char­lotte Schnei­de­wind-Hart­nagel. „Dabei muss auch die Nach­weis­pflicht über andere Betreu­ungs­mög­lich­keiten ent­fallen. Home-Office ist keine Betreu­ungs­op­tion, son­dern eine Dop­pel­be­las­tung.“

In ihrem Antrag for­derte die grüne Bun­des­tags­frak­tion Maß­nahmen, damit gerade die schutz­be­dürf­tigsten Gruppen der Gesell­schaft nicht durchs Raster der beschlos­senen Sozi­al­schutz-Pakete fallen. „Beson­ders dra­ma­tisch ist die Lage für Allein­er­zie­hende: Sie befinden sich häufig in beson­ders pre­kären Lagen. Kurz­ar­beit oder der Ver­lust des Arbeits­platzes würden sie einem zusätz­li­chen Armuts­ri­siko aus­setzen“, so Schnei­de­wind-Hart­nagel.

Auch in anderen Fami­lien kommt es viel­fach zu Über­for­de­rung und Über­las­tung. Beson­ders für Fami­lien, die auf exis­tenz­si­chernde staat­liche Leis­tungen ange­wiesen sind, ist die Krise dop­pelt belas­tend. „Wenn das kos­ten­lose Mit­tag­essen in den Schulen und Ange­bote der Tafeln weg­fallen, stehen viele vor der exis­ten­zi­ellen Frage: Wie ver­sorge ich jetzt meine Kinder?“, sagte die Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete. „Hinzu kommt, dass auf­grund der finan­zi­ellen Situa­tion wich­tige Mate­ria­lien für das neue Lernen zuhause fehlen. Allein­er­zie­hende und andere Fami­lien können da schnell in Exis­tenznot geraten. Ein Corona-Eltern­geld ist für diese Fami­lien – und vor allem für die Kinder – über­le­bens­wichtig.“

Neben dem Corona-Eltern­geld for­dern die Grünen einen auto­ma­tisch aus­ge­zahlten monat­li­chen Zuschlag von 60 Euro pro Kind, um ent­fal­lende Leis­tungen für Kinder aus­zu­glei­chen. Zudem wollen sie den Anspruch auf Not­be­treuung bun­des­weit ein­heit­lich auf Allein­er­zie­hende und Kinder aus­weiten, deren Wohl gefährdet ist. Auch Fami­lien, in denen nur ein Eltern­teil in einem sys­tem­re­le­vanten Beruf arbeitet, sollen bun­des­weit Ange­bote der Not­be­treuung nutzen dürfen.

Einen wei­teren Schwer­punkt legen die Grünen auf die Gewähr­leis­tung des Kin­der­schutzes in der Corona-Krise. Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­beiter von Ein­rich­tungen der Kinder-und Jugend­hilfe sollen bun­des­ein­heit­lich als sys­tem­re­le­vant ein­ge­stuft und Zugang zu Schutz­aus­rüs­tung, Schutz­maß­nahmen und Not­be­treuung der eigenen Kinder bekommen. Für den erhöhten Bedarf nach Bera­tung wegen häus­li­cher und sexua­li­sierter Gewalt sollen aus­rei­chend finan­zi­elle Mittel zur Ver­fü­gung gestellt werden „Leider ist nicht jede Familie ein Schutz­raum für Kinder. Häus­liche und sexua­li­sierte Gewalt ver­schärfen sich ange­sichts oft beengter Wohn­ver­hält­nisse und Kon­takt­sperren. Der Schutz von Kin­dern ist auch in Kri­sen­zeiten eine wich­tige Auf­gabe, und wir wollen die Bedin­gungen dafür ver­bes­sern. Infek­ti­ons­schutz darf Kin­der­schutz nicht hin­ten­an­stellen“, so Schnei­de­wind-Hart­nagel.

veröffentlicht am 24.04.2020