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07Apr

Frühjahrsempfang in Natur und Bioland-Bäckerei

Wande­rung mit Chris­tian Thumfart vom NABU Seckach- und Scheff­lenztal und Einkehr in Bioland-Bäckerei Fritze-Beck in Groß­eicholz­heim

In diesem Jahr verzich­teten die Grünen im Neckar-Oden­wald-Kreis auf ihren alljähr­li­chen Neujahrs­emp­fang, um ganz bewusst zu einer Früh­jahrs­wan­de­rung in die Natur einzu­laden. Die großen Zukunfts­themen Arten­rück­gang und drohender Klima­wandel sind mitt­ler­weile in der Gesell­schaft ange­kommen. Was vor Ort an wich­tigen Maßnahmen zum Schutz der Natur ergriffen werden kann, zeigte Chris­tian Thumfart vom NABU Seckach- und Scheff­lenztal den inter­es­sierten Gästen auf einer zwei­stün­digen Wande­rung vom S-Bahnhof Eicholz­heim zur Biobä­ckerei Fritze-Beck.

Wie wichtig der Erhalt der unter­schied­lichsten Habi­tate ist, um möglichst vielen und unter­schied­lichsten Arten Lebens­raum zu bieten, wurde von dem seit über 50 Jahren im Natur­schutz tätigen Experten verdeut­licht. Ein Feucht­ge­biet neben einem Trocken­standort, altes Gemäuer, stehendes und liegendes Totholz, Hecken, die regel­mäßig abschnitts­weise auf den Stock gesetzt werden, Weide­hal­tung, zwei­schü­rige Wiesen, die eine Viel­falt an blühenden Pflanzen aufweisen, viel­fäl­tige Insek­ten­ho­tels können alle einen großen Beitrag zum Arten­er­halt beitragen.

Die Proble­matik der konven­tio­nellen Land­wirt­schaft im Hinblick auf das Arten­sterben durch immer größere Flächen, eine ausge­räumte Land­schaft, den hohen Einsatz von Pesti­ziden und inten­sives Nutzen von Wiesen wurde darge­stellt. Die falsch ausge­rich­tete Agrar­po­litik, die in vielen Fällen für das Handeln der konven­tio­nellen Land­wirte verant­wort­lich ist, wurde disku­tiert. Die biolo­gi­sche Land­wirt­schaft dagegen bietet mit abwechs­lungs­rei­chen Kulturen, dem Schutz der Nütz­linge und acker­bau­li­chen Verfahren Fauna und Flora mehr Lebens­mög­lich­keiten.

Höhe­punkt entlang der Felder von Groß­eicholz­heim war der NABU-Standort an der dortigen Grund­schule, an der die Kinder durch viel­fäl­tige Pflanz­ak­tionen, der Reak­ti­vie­rung eines Teiches und der Anlage eines Insek­ten­ho­tels für den Natur­schutz und die Schön­heit einer viel­fäl­tigen Natur sensi­bi­li­siert werden.

Mit einem Sekt­emp­fang wurde die Gruppe in der Bioland-Bäckerei von Selma und Andy Troißler begrüßt. Sie setzen Bioge­treide vom Feld nebenan und aus der Region ein, um Brot, Bröt­chen und Kuchen daraus zu backen. An regio­nalen Produkten, selbst­ge­machten Aufstri­chen, Kaffee und Kuchen konnten sich die Besu­cher stärken, bevor Amelie Pfeiffer als Spre­cherin des Kreis­ver­bandes die Gäste mit dem aktu­ellen Wahl­pro­gramm vertraut machte. Die grünen Wahl­slo­gans in diesem Jahr unter­strei­chen die Arbeit der aktu­ellen Kreis­tags­frak­tion für die schnelle und konse­quente Umset­zung des klima­schutz­ori­en­tierten Inves­ti­ti­ons­pro­gramms, eine starke Bio-Muster­re­gion, die Anbin­dung der Madon­nen­land­bahn. „Müll­ver­mei­dung und Wieder­ver­wer­tung müssen in den Vorder­grund der Abfall­wirt­schaft rücken, einen Master­plan Gesund­heit gilt es zu erar­beiten, die Stär­kung der Schulen wird uns ebenso wie die Teil­habe von Menschen in allen Lebens­be­rei­chen ein großes Anliegen sein“, so die amtie­rende Kreis­rätin.

Vorstands­mit­glied Anna Leischner wies auf die große Bedeu­tung der dies­jäh­rigen Euro­pa­wahl hin, bevor Selma und Andy Troißler zum Abschluss durch ihre neu umge­stal­tete offene Bäckerei führten.

veröffentlicht am 07.04.2019 mit den Schlagwörtern