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05Dez

Minister Hermann stellte in Buchen grüne Verkehrskonzepte vor

Win­fried Her­mann ist mit dem Hybrid­auto von Stutt­gart nach Buchen gekommen. Das erzählte der Ver­kehrs­mi­nister des Landes beim Vor-Ort-Termin in der Oden­wald-Metro­pole nicht nur, weil er diese Stan­dard­frage immer beant­worten muss, son­dern weil er Fle­xi­bi­lität in der Wahl von Ver­kehrs­mit­teln für ein wich­tiges Instru­ment der Ver­kehrs­po­litik hält. Nach dem Ein­trag ins Gol­dene Buch der Stadt und dem Besuch einer Elek­tro­tank­stelle der ört­li­chen Stadt­werke erklärt Her­mann, wie intel­li­gente Ver­kehrs­pla­nung und -infra­struktur abge­stimmt sein müssen, um den über­ge­ord­neten Zielen der Grünen näher zu kommen: Nach­hal­tig­keit und Kli­ma­schutz seien auch in seinem Res­sort zen­trale Themen. Mobi­lität könne man nicht los­ge­löst von Wirt­schafts-, Klima- oder Sozi­al­po­litik denken.

Wie sein Minis­te­rium in einem Gesamt­kon­zept auf die unter­schied­li­chen Anfor­de­rungen der Men­schen an Infra­struktur- und Ver­kehrs­fragen her­an­geht, erklärte er beim Vor­trag „Nach­hal­tige Mobi­lität im länd­li­chen Raum“ vor Ver­kehrs-Inter­es­sierten. Straßen sind dabei nur ein Teil­be­reich. Der Erhalt des Vor­han­denen hat für die Grünen klar Vor­rang vor Neu­bauten. Das Land schiebe eine Sanie­rungs­la­wine vor sich her und habe die Mittel dafür ver­dop­pelt. Dabei werde der viel bemühte Lärm­schutz sys­te­ma­tisch mit­ge­dacht.

Gleich­wer­tige Mobi­lität in Bal­lungs­räumen und auf dem Land zu ermög­li­chen, sieht er als die eigent­liche Her­aus­for­de­rung. Sie hänge direkt mit der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung von Städten und Gemeinden zusammen. So seien kurze Wege ein Merkmal für Lebens­qua­lität, etwa in Orts­kernen klei­nerer Städte wie Buchen.

Fest steht für Her­mann: Die Umset­zung des Lan­des­kli­ma­schutz­ge­setzes erfor­dert an vielen Stellen große Anstren­gungen. Im Ver­kehr seien diese Ziele schwerer erreichbar als bei der Ener­gie­wende. So belas­tete im Jahr 2011 im Ländle der CO2-Aus­stoß aus ölbe­trie­benen Fahr­zeugen die Umwelt dop­pelt so stark wie die Indus­trie. Des­halb liegt das Ziel für die CO2-Reduk­tion beim Ver­kehr bis 2020 nur bei 20 Pro­zent. Aller­dings seien viel­ver­spre­chende Ver­än­de­rungen för­der­fähig. So unter­stütze das Land zum Bei­spiel den Ausbau des Rad­we­ge­netzes, ener­gie­ef­fi­zi­en­tere und intel­li­gen­tere Fahr­zeuge oder den Ausbau des Schie­nen­ver­kehrs. Her­mann ver­schwieg in Buchen nicht die Pro­bleme. Bis der Lan­des­tarif für den ÖPNV kommt und Ver­bund­grenzen keine Hin­der­nisse mehr sind, werde noch viel Ver­han­deln nötig sein. Ziel ist den­noch der lan­des­weite Stun­den­takt bis Mit­ter­nacht und an Wochen­enden. Lange Hal­te­zeiten wie in Seckach seien in sol­chen Modellen nicht dar­stellbar.

Lei­den­schaft­lich plä­dierte der Rad­mi­nister dafür, mul­ti­me­diale Mobi­lität zu för­dern. Ein Bei­spiel, wie neue Tech­no­lo­gien intel­li­gent ein­ge­setzt werden können, besich­tigte der Minister an der Lade­sta­tion für Elek­tro­fahr­zeuge am Buchener Bahnhof: „Toll, dass die Stadt das aus eigener Initia­tive macht“, sagte der Minister. Und, dass jedes 5. deut­sche E-Auto in Baden-Würt­tem­berg unter­wegs sei. Erst wenn der ÖPNV fle­xible Anschlüsse an E-Mobi­lität schaffe, das Umsteigen von Bahn auf Leih­räder und -autos geläu­figer werde, Echt­zeit­in­for­ma­tionen über Ver­kehrs­an­bin­dungen alte Fahr­pläne ersetzen, Teil-Autos auch im länd­li­chen Raum eine Rolle spielen und Rad- und Fuß­gän­ger­ver­kehr ernst genommen werden, greife das Umdenken in der Praxis, gerade auch im länd­li­chen Raum. Denn dort werde man nicht auf Autos ver­zichten können, wäh­rend umge­kehrt „sau­berer“ Ver­kehr in Städten keine Stau­pro­bleme löse.

Bericht von Deutsch­land­radio zum Besuch Her­manns in Buchen: Audio­datei

veröffentlicht am 05.12.2014 mit den Schlagwörtern , ,