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17Jul

Öffentlicher Nahverkehr muss attraktiver werden

Die Kreis­tags­frak­tion von Bündnis 90/Die Grünen hat sich am 18. Juni 2019 in Scheff­lenz im Tagungs­haus Cir­cam­pulus kon­sti­tu­iert. Mit nun 7 Sitzen sind die Grünen in jedem Wahl­kreis ver­treten und werden in den Aus­schüssen des Kreis­tags mit je 2 Per­sonen ver­treten sein. Schon in der ersten gemein­samen Sit­zung stiegen die frisch gewählten Kreis­rä­tinnen und Kreis­räte zusammen mit der alten Frak­tion in die Inhalte ein.

Beson­ders bewegt, neben der Gesund­heits­ver­sor­gung als Daseins­vor­sorge, Abfall­wirt­schaft und Kreis­schulen, der öffent­liche Ver­kehr. Ohne ein attrak­tives Angebot, das nicht unter Lan­des­stan­dard liegen darf, besteht kein Anreiz auf den moto­ri­sierten Indi­vi­du­al­ver­kehr zu ver­zichten, defi­niert die alte und neu bestä­tigte Frak­ti­ons­vor­sit­zende Simone Heitz. Und aktuell besteht Hand­lungs­be­darf, wie Amelie Pfeiffer und Andrea Schulz insis­tieren, denn das Ver­kehrs­mi­nis­te­rium hat im April ein finan­ziell umfas­send unter­füt­tertes Pro­gramm zur Reak­ti­vie­rung bzw. Auf­wer­tung von Schie­nen­stre­cken aus­ge­lobt. Die Krebs­bacht­al­linie ist dabei, freut sich Simone Heitz, der der Lücken­schluss zwi­schen Oberg­im­pern und Bab­stadt schon seit 25 Jahren ein Her­zens­an­liegen ist, doch nicht so die Madon­nen­land­bahn.

Nach Ein­schät­zung der Kreis­tags­frak­tion stehen die Chancen, den Fahr­plan der Madon­nen­land­bahn im Rahmen des Reak­ti­vie­rungs­pro­gramms des Landes auf ein höheres Niveau zu heben, höher denn je. Dabei geht es nicht um den großen Wurf, der mit Land und benach­barten Land­kreise bereits ange­schoben wird, son­dern es geht um eine zusätz­liche, flan­kie­rende, schnell umzu­set­zende Lösung, so die alten und zukünf­tigen Kreis­räte und Kreis­rä­tinnen und stellen fest, dass zumin­dest förm­lich die Vor­aus­set­zungen für eine För­de­rung inner­halb des Reak­ti­vie­rungs­pro­gramms des Landes erfüllt sind. Daher muss der Land­kreis schleu­nigst die Mängel im Fahr­plan gegen­über dem Ver­kehrs­mi­nis­te­rium deut­lich benennen. Das könne nicht bis zur nächsten Sit­zung von Wirt­schaft, Umwelt und Ver­kehr im Oktober warten, so Kreis­rätin Pfeiffer und beklagt, dass auch im neuen Fahr­plan gemäß der Aus­schrei­bung werk­tags ein Lini­en­be­trieb gefahren wird, der auf den Schü­ler­ver­kehr abge­stimmt ist, ohne gere­gelten Stun­den­takt und mit Betriebs­ende um 20:00 Uhr. Damit wird das Minimum nach Lan­des­stan­dard mit einem stünd­li­chen Lini­en­be­trieb von 5:00 bis 24:00 Uhr weit ver­fehlt, ganz zu schweigen von dem Wochen­end­fahr­plan, der auf 2-Stunden-Takt zu Aus­flugs­zeiten beschränkt ist. Im Antrag for­dert die grüne Kreis­tags­frak­tion den Neckar-Oden­wald-Kreis auf, diese Strecke umge­hend für das Reak­ti­vie­rungs­pro­gramm des Landes nach­zu­melden und sich die aus­ge­lobten zusätz­li­chen Stre­cken­ki­lo­meter vom Land finan­zieren zu lassen.

Ein wei­terer Schie­nen­ver­kehrs­dis­kus­si­ons­punkt war der Regio­nal­ex­press Heil­bronn-Würz­burg. Die Strecke Stutt­gart-Würz­burg wird bisher über Möck­mühl geführt mit den bekannten Pro­blemen mit der kurz­fristig wohl nicht zu besei­ti­genden Eng­stelle in Zütt­lingen. In der­selben Fahr­zeit könnte der RE aber auch über Mos­bach geführt werden, was ja als Aus­weich­strecke bisher schon ab und an gemacht wurde. Wir regen daher drin­gend im Sinne unserer Raum­schaft an, bald­mög­lichst Gespräche mit allen Betei­ligten zu führen und diese Lösung ins Spiel zu bringen, bekräf­tigt Kreis- und Stadtrat Timo Rie­dinger. Mit dieser Umlen­kung des RE über Mos­bach und Halt am Kno­ten­punkt Seckach erwartet die grüne Kreis­tags­frak­tion auch gra­vie­rende Ver­bes­se­rungen in der Anbin­dung der Madon­nen­land­bahn und ver­dichtet den bestehenden S-Bahn-Ver­kehr mit einer Schnell­ver­bin­dung.

Dar­über hinaus sollte die Linie Adels­heim-Möck­mühl mit einem Bus im Stun­den­takt bis 24 Uhr an den RE ange­bunden werden, ergänzt Daniel Moder­sohn. Im Neckartal hoffen die Grünen zum Fahr­plan­wechsel auf die Flü­ge­lung und Zusam­men­füh­rung des RE Heil­bronn-Mann­heim in Bad Fried­richs­hall bzw. Neckar­ge­münd und damit auf einen Stun­den­takt in neuen Fahr­zeugen.

veröffentlicht am 17.07.2019 mit den Schlagwörtern