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04Feb

Verkehrswende braucht gute Ideen

MdB Mat­thias Gastel kennt Pro­bleme und arbeitet an Lösungen für den länd­li­chen Raum

Nur auf den ersten Blick ist bar­rie­re­freie Mobi­lität ein Nischen­thema: Im Neckar-Oden­wald-Kreis mit seinen großen Behin­der­ten­ein­rich­tungen beschäf­tigen sich viele damit, wie Men­schen, die in ihrer Mobi­lität ein­ge­schränkt sind, den­noch in der Region unter­wegs sein können. Zu dieser Gruppe gehören in Zeiten des demo­grafischen Wan­dels auch immer mehr Ältere, deren Pro­bleme und Anfor­de­rungen im öffent­li­chen Ver­kehr der bahn­po­li­ti­sche Spre­cher der grünen Bundes­tags­fraktion Mat­thias Gastel im Blick hat. Auf Ein­la­dung der grünen Land­tags­kandidatin Simone Heitz und des Lei­ters der Ein­rich­tung Man­fred Amend hat Gastel jetzt den Schwarza­cher Hof besucht. Im Gespräch mit Bewoh­nern wurde deut­lich, wie mühsam sich Behin­derte, zumal als Roll­stuhl­fahrer, im öffent­li­chen Nah­ver­kehr bewegen: Häufig sei der Bus­zu­stieg nicht mög­lich und die Stadt­bahn sei für ein­ge­schränkt mobile Men­schen ohne zusätz­liche Rampen gar nicht nutzbar – was auch ältere Men­schen oder Eltern mit Kin­der­wägen betrifft.

Im Anschluss an den infor­ma­tiven Besuch erklärte Mat­thias Gastel in einer öffent­li­chen Ver­an­stal­tung in Neckarelz seine Sicht auf die Ver­kehrs­wende. Dabei bewegte er sich zwi­schen der These, dass Ver­bren­nungs­mo­toren keine Zukunft haben werden und der Ver­kehrs­rea­lität. „Autos werden nicht aus dem länd­li­chen Raum ver­schwinden“, weiß er – und hält doch für wichtig, E-Mobi­lität überall zu ermög­li­chen. Erst dann könne die von Grün-Rot gefor­derte Ver­kehrs­wende als ein wich­tiges Ele­ment zum Kli­ma­schutz bei­tragen. Gleich­zeitig seien Inno­va­tionen im öffent­li­chen Ver­kehr gefragt, die getestet und im Abgleich mit der Praxis weiter­entwickelt werden müssen. Mut­ma­chende Bei­spiele aus ganz Deutsch­land, von Usedom bis in den Süd­schwarz­wald, stellte der Ver­kehrs­ex­perte vor, dar­unter regio­nale Bahn­stre­cken, die sich ren­tieren und deut­liche Fahr­gast­zu­wächse haben, sei es, weil sie sich an Pend­ler­ver­kehren ori­en­tieren, das Umfeld von Groß­städten attraktiv bedienen oder intel­li­gent und zeit­günstig als Zulie­ferer für Fern­verkehrs­strecken funk­tio­nieren. Oder Züge in Feri­en­re­gionen, die neben dem All­tags­ver­kehr tou­ris­ti­sche Bedürf­nisse abde­cken. Oder Lini­en­busse, die gering aus­ge­las­tete Fahrten mit Güter­trans­porten aus­glei­chen. Oder tech­ni­sche Neue­rungen, die Fahrrad und ÖPNV besser als bisher ver­binden.

In Neckarelz blieb die har­sche Kritik an Ver­schlech­te­rungen bei der Bahn­ver­bin­dung nach Stutt­gart auch bei diesem Poli­ti­ker­be­such nicht aus. Die Pro­bleme auf der Neckar­tal­strecke, auf die die Kreis­grünen lange vor dem Stadt­bahn­ausbau hin­ge­wiesen hatten, offen­baren sich sämt­lich als zutref­fend, kon­sta­tierte Simone Heitz. Gemeinsam mit Vor­stands­spre­cher Hans-Detlef Ott betonte sie, dass die Grünen Ver­ständnis für die Unzu­frie­den­heit der Pendler haben. Aller­dings brauche es Zeit, diese zu lösen, und end­lich die Ein­sicht, dass Ver­kehrs­ver­bünde sich kun­den­freund­li­cher auf­stellen müssen. Über­ge­ord­nete Fak­toren wie Verkehrs­verträge oder die Fest­le­gung von Tras­sen­preisen erklärte Gastel.

veröffentlicht am 04.02.2016 mit den Schlagwörtern